Neues Solar-Forschungszentrum in Halle eingeweiht

19. September 2013 | Vermischtes | 3 Kommentare

Am Donnerstagmittag wurde auf dem Weinberg Campus in Halle (Saale) ein neues Solarforschungszentrum eingeweiht. Während der Reden regnete es noch, durch pünktlich zur Enthüllung des Schilds kam die Sonne raus.

Auf rund 4000 m² entstand mit dem Fraunhofer-Centrum für Silizium Photovoltaik CSP ein neues Zentrum für angewandte Forschung in den Bereichen Kristallisationstechnologien, Solarwafer und Solarmodulprüfung, für die Photovoltaik. Das Gebäude mit Büros, Technika und Laboren bietet Platz für bis zu 85 Mitarbeiter.

In das Fraunhofer CSP mit seinem bereits fertig gestellten Modultechnologiezentrum in Schkopau wurden insgesamt 60 Millionen Euro investiert. Davon stellte Sachsen-Anhalt 52,5 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereit, die Fraunhofer-Gesellschaft übernahm 7,5 Millionen Euro aus der Grundfinanzierung des Bundes. Für den Neubau des Forschungsgebäudes am Weinberg Campus waren 47,2 Millionen Euro veranschlagt. Davon sind 20 Millionen Euro Baukosten. Der Neubau wird mit Mitteln der Europäischen Kommission aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE gefördert.

„Das Fraunhofer CSP arbeitet an einer entscheidenden Aufgabenstellung für den Erfolg der Energiewende. Die Solarenergie soll zu gleichen Preisen angeboten werden wie der konventionelle Strom. Das ist eine entscheidende Zukunftsfrage, von deren Beantwortung im Grunde fast alle Arbeitsplätze abhängen“, so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Er erklärte: „Bezahlbare Energie soll kein Widerspruch bleiben zur erneuerbaren Energie. Beide Ziele müssen wir schnell und umfassend in Übereinstimmung bringen. Das sind wir den Bürgerinnen und Bürgern und auch unserer auf wettbewerbsfähige Energiepreise angewiesenen Wirtschaft schuldig. Wissenschaft, Forschung und Politik stehen hier in einer dauerhaften gemeinsamen Verantwortung.“ Deutschland müsse seine Führung in der Forschung zu erneuerbaren Energien behaupten, forderte der Ministerpräsident. Er sei wie vor zutiefst davon überzeugt, dass die Grundsatzentscheidung, in Sachsen-Anhalt auf erneuerbare Energien zu setzen, richtigwar. Er halte es für falsch, dass sich nach den Durststrecken deutsche Investoren zurückgezogen haben. Doch es gelte in Generationen zu denken, nicht nur in Quartalszahlen und Ausschüttungen an Aktionäre. „Die Energiewende ist irreversibel. Wir werden den eingeschlagenen Weg fortsetzen.“

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Bergner, bezeichnete die Solarindustrie als Alleinstellungsmerkmal. Mit Blick auf die Zölle auf chinesische Solarzellen sagte er, dies helfe nur kurzfristig. Um länger zu bestehen, müssten sich die Unternehmen stärker für den internationalen Wettbewerb ausrichten. Zudem könne es die erneuerbaren Energien nicht dauerhaft zum Festpreis geben, eine Preissenkung sei angebracht.

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