Neues Planetarium: Stadt untersucht 9 Standorte und favorisiert Gasometer

1. November 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die Stadt Halle (Saale) kommt nach der Untersuchung von 9 Standorten zu der Entscheidung, das neue Planetarium im Gasometer am Holzplatz unterzubringen. Eine endgültige Entscheidung muss der Stadtrat treffen.

Gasometer38 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten. 6,8 Millionen Euro davon sollen aus dem Fluthilfe-Fond kommen, der Rest durch Spenden und Sponsoring. So sind beispielsweise Mittel aus Zusagen zum Verkauf der städtischen Anteile am Gasunternehmen VNG eingeplant. Allerdings gibt es hier durchaus unterschiedliche Auffassungen in der Stadtverwaltung, wonach die Gelder verfallen sind, weil diese nicht rechtzeitig abgerufen worden.

Derzeit befindet sich das Areal am Holzplatz je zur Hälfte im Besitz der Stadt und des Unternehmens Mitgas. „Die MITGAS ist jedoch bereit, das Grundstück für einen symbolischen Kaufpreis an die Stadt abzugeben. Eine entsprechende schriftliche Absichtserklärung liegt vor“, erklärt Kulturdezernentin Judith Marquardt in einer Vorlage an die Stadtratsausschüsse.

Gasometer2
Die Stadt favorisiert das Gasometer, obwohl diese Variante 2 Millionen Euro mehr kostet als die Neubauten an anderen Standorten. Bedingt ist dies durch die spezielle Bauweise des Gasometers. Daneben gibt es am Holzplatz drückendes Grundwasser, zudem ist das Areal mit alten Industrieschadstoffen belastet. Das eigentliche Planetarium soll auf das Gasometer „aufgesetzt“ werden. Der darunter entstehende Raum könnte beispielsweise für Veranstaltungen genutzt werden. Die Fensteröffnungen im Gasometer werden verglast. Die Decke darüber wird als Stahlbeton-Kassettendecke ausgeführt. Der Zugang soll über eine neu angelegte Rampe und Treppe erfolgen, zudem ist eine zweite Fluchttreppe nötig. Diese soll in einem Treppenturm realisiert werden, der auch Platz für die Sternwarte bietet. Der Planetariums-Aufbau erhält einen zwei Meter breiten Außenring, der als Aussichtsterrasse sowie als Ort für die mobile Sternbeobachtung genutzt werden kann. 100 bis 120 Plätze soll der Innenraum bieten. Hinzu kommen Büros, ein kleiner Hörsaal, eine Bibliothek und das Foyer mit Platz für eine Dauerausstellung. Auf dem Außengelände sollen bis zu 100 Parkplätze entstehen.

Gasometer

Geprüft wurden auch acht weitere Standorte. Die Feldscheune der Franckeschen Stiftungen weist laut Untersuchung eine zu hohe Lichtverschmutzung auf, biete zudem keine freie Sicht nach Süden und wäre mit erheblichen Eingriffen in das Denkmal verbunden. Geprüft wurden auch die Andalusierstraße und die Blücherstraße, hier werden ebenfalls die starke Lichterverschmutzung und die fehlende freie Sicht nach Süden bemängelt. Beim Heinrich-Heine-Felsen handelt es sich um Privatgelände. Die Freifläche am Weinbergweg / Heideallee steht laut Stadt nicht zur Verfügung, weil es sich laut Bebauungsplan um eine Erweiterungsfläche für die Uni handelt und zudem Lichtverschmutzung durch das Biologicum vorhanden ist. Auch das Areal an der Betty-Heimann-Straße steht nicht zur Verfügung, weil es bereits an universitäre Einrichtungen veräußert wurde. Am Roßplatz ist die Sicht Richtung Süden ebenfalls nicht gegeben, es gibt eine starke Lichtverschmutzung sowie starke Bodenschwingungen durch die nahegelegene Straßen. Daneben wurde auch geprüft, das Planetarium an Stelle des Gasdruckreglergebäudes zu errichten.
Planetarium
Der Neubau ist notwendig, weil das 1978 erbaute Planetarium auf der Peißnitz beim Hochwasser vor anderthalb Jahren schwer beschädigt wurde. Für 120.000 Euro soll das Gebäude abgerissen werden. Doch auch das ist nicht unumstritten, handelt es sich doch um einen Bau von „Schalen-Müller“.

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