Neuer Gimritzer Damm: Baubeginn weiterhin unklar

2. April 2014 | Vermischtes | 2 Kommentare

Auch nach der Bürgerversammlung am Mittwoch ist weiterhin unklar, wann die Bauarbeiten für den neuen Gimritzer Damm in Halle (Saale) beginnen. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz hatte seine Pläne für den Deichneubau entlang der Halle-Saale-Schleife vorgestellt.

Gimritzer Damm zum Juni-Hochwasser

Gimritzer Damm zum Juni-Hochwasser

„Wir möchten natürlich so schnell wie möglich loslegen“, sagt Burkhard Henning, Leiter des LHW, gegenüber HalleSpektrum.de. Der Gimritzer Damm habe als Hochwasserschutzanlage nicht mehr die Gebrauchstauglichkeit wie es erforderlich wäre. Deshalb sehe man sich verpflicht, das Vorhaben dringlichst durchzuführen. Nun werde man dem Landesverwaltungsamt signalisieren, dass man den Weg der begonnenen Planungen weitergehen wolle. Der weitere Fahrplan hänge vom Genehmigungsverfahren ab. Ein genaues Datum, wann die Bagger rollen, könne man deshalb noch nicht sagen, so Henning.

Möglicherweise könnten auch Klagen von Anwohnern aus der Altstadt und von Gut Gimritz das Vorhaben verzögern. Zumindest einige Diskutanten deuten eventuelle rechtliche Auseinandersetzungen an. Sie befürchten höhere Wasserpegel und eine stärkere Fließgeschwindigkeit. Ihre Bedenken konnte die Bürgerversammlung nicht zerstreuen. „Das muss man akzeptieren“, so Henning zu den Klageandrohungen. „Wir denken aber, dass wir eine solide Planung vorgelegt haben.“

Der neue Deich soll 3,5 Millionen Euro kosten und entlang der Halle-Saale-Schleife verlaufen. Geplant ist eine Mischung aus Erdwall und Schutzwand. Der 3 Meter hohe und an der Krone 3 Meter breite Erdwall wird zwischen Rennbahnkreuz und Festplatz errichtet. Die Hinweise von Bürgern auf HalleSpektrum.de, dass der Grundwasserleiter durch die Spundwand möglicherweise abgeschnitten werde, habe man Ernst genommen. Deshalb wolle man die Spundwand auf einer sogenannten “aufgelösten Bohrpfahlwand” errichten. Die Pfähle werden in einem Abstand von 1,6 Metern stehen. Die Spundwand wird darauf wie auf Zahnstochern stehen. Diese Wand aus Beton erhält eine Strukturschalung, um sie optisch aufzuwerten. Zudem sei ein teilweiser Bewuchs mit Rankpflanzen vorgesehen.

Im Bereich der Straße zum Gut Gimritz sowie an der Brücke zwischen Eissporthalle und Freilichtbühne wird es einen Durchlass geben, an dem im Hochwasserfall Schutzbalken installiert werden. Zwischen Festplatz und Heideallee wird die Spundwand 2 Meter in die Höhe ragen und 94 cm breit sein. Sobald der Schutzdamm steht, soll auch die Halle-Saale-Schleife wieder hergerichtet werden, und zwar als sogenannter Deichverteidigungsweg mit einer Breite von 6 Metern.

Weitere Informationen dazu sind auf www.gimritzer-damm.de einsehbar.

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