Neue Demo in Halle wegen Kürzungen bei Kultur und Uni

3. April 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die Stadt Halle (Saale) muss sich auf weitere Proteste von Studenten und Kulturleuten einstellen. Ende des Monats ist eine Großdemo gegen die Sparpläne des Landes an den Hochschulen und Theatern vorgesehen.

unidemoAm 16. April will sich das „Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten“ zusammensetzen, um über die Planung der Proteste zu beraten.

„Mit dem Streichplan von Wissenschaftsminister Möllring ist es jetzt für alle unübersehbar: Auch der Bernburger Frieden wird die Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts nachhaltig schädigen. Die zwischen dem Land und den Rektoren vereinbarten Kürzungen führen zwangsläufig zu einem Abbau von Studienplätzen. Das hat nun sogar der hallesche Uni-Rektor Prof. Sträter in einem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung bestätigt“ erklärt Clemens Wagner, Sprecher des Aktionsbündnisses. „Dass Herr Möllring in seiner letzten Pressekonferenz noch getönt hat, es werde trotz Streichung ganzer Studiengänge keinen Studienplatzabbau geben, lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Auch nach einem Jahr im Amt versteht er nichts von seinen Aufgaben. Zudem versucht er, die Öffentlichkeit und den Landtag zu täuschen, indem er das wahre Ausmaß seiner Pläne bewusst verschleiert und einen zentralen Landtagsbeschluss aus dem letzten Jahr unterläuft. Dieser hatte dem aktiven Absenken der Studienplätze in Sachsen-Anhalt eine klare Absage erteilt“, so Clemens Wagner weiter.

„Wir fordern die Rektoren auf, den Vorschlägen von Möllring nicht zu folgen. Eine Umsetzung dieser Kürzungsvorschläge entwickelt nicht, sondern zerstört ganze Fakultäten und Institute und wird Ausbildung, Forschung sowie die wirtschaftliche Entwicklung Sachsen-Anhalts stark beschädigen. Die Rektoren haben nicht die Aufgabe, den Landeshaushalt zu sanieren, sondern für gute Bildung und Forschung zu sorgen“, so Dr. Renate Federle, Vorsitzende des Personalrates der Martin-Luther-Universität. „Das Aktionsbündnis sieht sich durch das Agieren der Landesregierung gezwungen, an die Proteste des vergangenen Jahres anzuknüpfen. Einen Fahrplan für weitere Aktion haben wir am Mittwoch im Plenum einstimmig beschlossen“, so Federle abschließend.

Vergangenen Freitag hatte Wissenschaftsminister Hartmut Möllring konkrete Planungen für Kürzungen an der Uni Halle vorgelegt. Demnach soll die Lehramtsausbildung für Sport und Geografie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg geschlossen und nach Leipzig verlagert werden. Geplant ist auch eine Schließung des Studienkollegs sowie der Institute für Medienwissenschaften, Psychologie und Informatik stehen auf der Kippe. Daneben soll die MLU stärker mit den Unis Jena und Leipzig kooperieren.

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