Neonazis aus Halle bei Hooligan-Ausschreitungen in Köln

28. Oktober 2014 | Vermischtes | 3 Kommentare

Sachbeschädigungen, Schlägereien, fremdenfeindliche Sprüche: das ist die Bilanz der Hooligan-Demo in Köln. Und auch neonazistische Hooligans aus Sachsen-Anhalt waren dabei. „Nach unseren Erkenntnissen nahmen unter anderem Neonazis und Hooligans aus Magdeburg, Halle und Weißenfels an den Gewalttätigkeiten in Köln teil.“, sagte David Begrich, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. am Montag in Magdeburg. „Überdies wurde bereits Tage im Vorfeld in Sachsen-Anhalt über das Internet für die Demonstration geworben.“ Begrich ergänzte: „Die Berichte der Polizei, wonach Hooligans aus Magdeburg besonders aggressiv aufgetreten seien, finden sich auf einschlägigen Webforen vielfach bestätigt.“

Indes ist die hohe Schnittmenge zwischen organisierten Neonazis und Gruppen der Hooliganszene nicht neu. „Das über die Loyalität hinausreichende einigende Band ist der Rassismus der Szene.“, so Begrich weiter. „Aus der Vergangenheit ist etwa die rechte Hooligan-Gruppe ‚Blue White Street Elite‘ bekannt, deren Mitglieder teilweise auch in der extremen Rechten organisiert waren. Bis heute sind Personen aus diesem Umfeld in der Neonaziszene aktiv.“ Begrich erinnerte in diesem Zusammenhang an die rechte Hooligan-Band Kategorie C – die mehrfach bei Konzerten in Nienhagen auftrat und deren Gitarrist, Stefan Behrens, dort seinen Wohnsitz hat. Die Band hatte im Vorfeld des Aufmarschs einen Song mit dem Titel „Hooligans gegen Salafisten“ veröffentlicht und über das Internet verbreitet. „Kategorie C vermögen es, mit ihrer Musik sowohl Hooligans als auch Neonazis anzusprechen.“ Neu hingegen ist es, dass die Hooligan-Szene mit explizit politischen Kampagnen antimuslimischen Rassismus schürt.

„Man ist erstaunt, wie erstaunt jetzt alle sind, dass es #Nazi-Hools in Menge gibt und dass diese sich prügelnd durch die Gegend bewegen“, meint der Grüne Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel. Er kritisiert vor allem die Landesregierung von Sachsen-Anhalt. Die antwortete auf eine Landtagsanfrage von Bündnis 90 / Die Grünen: „Etwaige Kontakte zwischen Hooligans und Rechtsextremisten bilden eher eine Ausnahme.“ Die Ereignisse in Köln hätten dies deutlich wiederlegt, so Striegel. Er hat deshalb eine neue Anfrage an die Landesregierung gestellt. So will er wissen, wie das Kabinett die Auseinandersetzungen in Köln bewertet und welche Erkenntnisse es zu Beteiligungen von Sachsen-Anhaltern gibt.

Zumindest gibt es Sympathien von Sachsen-Anhaltern mit dem Hooligan-Protesten in Köln. So schreibt der Initiator einer „Bürgerinitiative für die kulturelle Erhaltung des Halleschen Stadtteils Silberhöhe (Bikes)“ anlässlich eines Bild-Interviews mit Ex-Bundesinnenminister Otto Schily: „Wenn man die Aussagen von Otto Schily tatsächlich ernst gemeint sind. Dann liegen die Interessen des ehemaligen Bundesinnenministers und den Kameraden diese gegen die Salafisten auf die Straße gegangen sind, gar nicht weit auseinander. Warum setzen sich dann die Verantwortlichen nicht gemeinsam an einen Tisch und besprechen das gemeinsame Vorgehen bei der Entfernung dieser Personengruppen aus unserem Land?“ Daneben kündigt er bereits an: „Auch in Halle wächst der Zorn gegen die Einquartierung von Asylbetrügern, Zigeunern und Sozialbetrügern. Die verschiedenen Gruppierungen überlegen derzeit über gemeinsame Aktionen in Halle.“

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