Neonazi-Aufmarsch in Merseburg blockiert

21. Juni 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Der geplante Aufmarsch von Neonazis in Merseburg konnte nicht wie geplant stattfinden. Mehr als 600 Menschen haben am Samstag den Zug der Rechtsextremisten blockiert. Dadurch konnten diese nicht durch die Innenstadt ziehen.

„Erstmals haben in Merseburg friedliche Blockaden einen Aufmarsch von Neonazis gestoppt. Das ist ein großartiger Erfolg für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, für unser Bündnis und für alle, die sich mit neonazistischer Ideologie nicht abfinden können und wollen“, freut sich der Koordinierungskreis des Merseburger Bündnis gegen Rechts.

„Viele haben diesen Erfolg möglich gemacht. Wir sind froh und dankbar, dass unter den mehr als 600 in Merseburg Demonstrierenden auch Menschen aus dem Merseburger Umland waren, die sich in unserer Stadt den Nazis in den Weg gestellt haben. Wir danken allen, die Kundgebungen in der Stadt angemeldet und durchgeführt haben. Wir sind froh über so viele friedliche und entschlossene Menschen. Und wir sind dankbar, dass Polizei und Versammlungsbehörde angesichts der Blockaden erkannt haben, dass eine Räumung dieser nicht verhältnismäßig gewesen wäre.“

Nach Angaben des Bündnisses haben Rechtsextreme auf dem Bahnhofsvorplatz einen Journalisten niedergeschlagen. „Der heutige Tag ist für uns Auftakt, auch weiter gegen Neonazis auf die Straße zu gehen und ihnen keinen Raum zu lassen. Unser Ziel bleibt, Naziaufmärsche in der Stadt für immer zu beenden. Wir werden ihnen deshalb auch in Zukunft keinen Meter geben. Der heutige Tag ist uns dabei Ansporn für die Zukunft“, so das Bündnis gegen Rechts.

Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führte die Polizei eine Vielzahl von Maßnahmen durch. Dazu zählten unter anderem die Sperrung von Straßen, die Begleitung eines Demonstrationszuges, den Schutz einer Vielzahl von Veranstaltungen sowie die Durchführung von Raumschutzmaßnahmen. Am polizeilichen Einsatz waren über 300 Polizeibeamte der Landespolizei sowie Beamte der Bundespolizei beteiligt. Nach Beendigung der Veranstaltungen sowie der polizeilichen Maßnahmen kann eingeschätzt werden, dass die Versammlungen friedlich verliefen und es zu keinen erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit gekommen ist. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen wurden Strafanzeigen aufgenommen u.a. wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzung, Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte, sowie im Zuge von Gefahrenabwehrmaßnahmen mehrfach Identitäten von Versammlungsteilnehmern festgestellt.

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