Müllkosten explodieren bei HWG-Mietern

2. August 2013 | Vermischtes | 3 Kommentare

Etliche HWG-Mieter erhalten dieser Tage ihre Betriebskostenabrechnung. Für die Bewohner im Charlottenviertel und im Stadtgutweg dürfte es dann ein böses Erwachen geben. Denn die Müllkosten sind regelrecht explodiert, ein Betroffener sprach gegenüber HalleSpektrum.de von einer Erhöhung um 140 Prozent.

Doch nicht etwa die Müllabfuhr selbst hat diese Kosten verursacht, sondern die HWG selbst. Wie Sprecherin Susan Müller sagte, habe man zum 1.6.2012 eine externe Firma beauftragt, die die Mülltonnen gemäß der Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Halle zur Abholung bereitstellt. Denn laut städtischer Satzung dürfen die Abfallbehälter frühestens 20 Uhr am Vortag des Entsorgungstages im öffentlichen Straßenraum stehen – also beispielsweise auf dem Fußweg.

„Wir haben uns darum bemüht, sowohl der städtischen Verordnung nachzukommen, als auch eine adäquate Lösung für unsere Mieter zu finden“, so Susan Müller. „Leider sind die Stellplätze der Mülltonnen nicht veränderbar, um die Abholung (Reinziehen) durch die Stadtwirtschaft allein zu gewährleisten und somit auf die externe Firma zu verzichten.“ Also kommt Morgens um 5.30 Uhr die Firma Gegenbauer, holt die Tonnen aus dem Keller oder dem Hinterhof auf die Straße, und räumt sie Abends wieder rein. Macht 4.33 Euro pro Tonne und Woche.

Betroffen sind bei der HWG 56 Wohneinheiten in der Dorotheenstraße und der Parkstraße sowie weitere Häuser, zum Beispiel im Quartier Stadtgutweg. Die meisten HWG-Mieter sind dagegen nicht betroffen, sie wohnen oft in Großwohnsiedlungen. Und dort sind die Stellplätze für die Müllentsorgung direkt zugänglich, die Tonnen müssen hier nicht eigens auf die Straße gerollt werden.

Auch andere Vermieter, insbesondere in den Gründerzeitvierteln, dürften auf eine ähnliche Praxis wie die HWG zurückgreifen. Das werden die Betriebskostenabrechnungen der nächsten Monate zeigen.

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