Messe in Mötzlich zu Ehren des heiligen Hubertus

11. November 2012 | Vermischtes | 1 Kommentar

“Waidmanns Heil” hieß es am Samstagabend in der St. Pankratius-Kirche in Halle-Mötzlich, statt Glocken riefen Jagdhörner zum Gottesdienst. Die Kirchgemeinde lud zur mittlerweile siebten Hubertusmesse ein. Nicht nur Jäger waren gekommen, auch viele Mötzlicher lauschten den Worten von Pfarrerin Grietje Neugebauer in der vollbesetzten Kirche. Sie appellierte an die Besucher, Maß zu halten. „Unsere Welt ist Lebensraum für Mensch UND Tier“, sagte sie, „für viele Geschöpfe.“ Doch werde insbesondere der Platz für die Tiere immer kleiner, sei gefährdet durch Straßenbauvorhaben, die angestammte Lebensraum werde durchschnitten. Und auch der Kunstdüngereinsatz auf den Äckern gefährde das Wohl der Tiere. Grietje Neugebauer äußerte die Hoffnung, dass sich „auch unsere Kinder und Enkel an den Wundern der Natur erfreuen können.“

Kirchengemeinde und die Jagdpachtgemeinschaft Mötzlich-Tornau hatten das Gotteshaus für diesen besonderen Gottesdienst zu Ehren der Jäger schön hergerichtet. Tannenzweige und Heidekraut säumten den Altar, ebenso wie ausgestopfte Tiere wie ein Fuchs sowie ein Hirschgeweih. Umrahmt wurde die Hubertusmesse musikalisch von den Anhaltiner Hubertusbläsern aus Dessau, die natürlich auch den Hubertusmarsch spielten. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde zum traditionellen Schüsseltreiben eingeladen – Wildgulasch als Festschmaus. Dazu gab es heißen Glühwein und ein kleines Lagerfeuer für die wohlige Wärme. Und auch der Wettergott hatte ein einsehen, kurz vor Ende der Messe hörte es auch auf zu tröpfeln.

Die Hubertusmesse geht auf den 3. November zurück, den Hubertustag. Dieser ist dem Heiligen Hubertus gewidmet, einem der Legende nach zunächst wilden und zügellosen Jäger. Während einer Jagd in den Ardennenwäldern soll ihm ein Hirsch erschienen sein, der zwischen den Stangen seines Geweihs das Zeichen des heiligen Kreuzes trug. Seit seinem Tod gilt Hubertus von Lüttich als Schutzpatron der Jäger. Seine Waidgerechtigkeit “Achtung vor dem Geschöpf” ist noch heute “ungeschriebenes Gesetz” der Jäger.

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