Mehr Helfer, mehr Geld und eine Ehrung : Rück- und Ausblicke des THW Halle

23. Januar 2016 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am Samstagabend lud Ortsverband Halle (Saale) der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) Gäste aus Politik und Wirtschaft zum traditionellen Neujahrsempfang, um Erfolge der Vergangenheit und Zukunftspläne zu präsentieren.
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Zu fünf Einsätzen wurden das THW im vergangenen Jahr gerufen. So unterstützten die Kameraden die Aufräumarbeiten nach dem heftigen Sturm im Juli. Der Deutschen Bahn sicherte man die Stromversorgung, weil während der Bauarbeiten ein Kabel zerstört wurde. Außergewöhnlich war auch ein Einsatz in Coswig, wo das THW Halle eine Drogenplantage unter Aufsicht des Zolls beseitigte. Und auch die Flüchtlingskrise ging am THW nicht spurlos vorbei. In der zentralen Erstaufnahmestelle in Halberstadt wurden Zelte errichtet, im bayrischen Erding waren 13 Kameraden im Einsatz, um dort ein Wartezentrum zu errichten. Außerdem unterstützte das THW traditionelle die Glühwürmchen-Parade auf der Saale zum Laternenfest. Weitere Unterstützung erfolgte beim Lichterskulptur-Weltrekord mit der UNESCO-Francke-Geste, wo das THW die dafür notwendigen Kerzenbecher bestückte. Auch beim Laternenumzug zum Lichterfest war das THW dabei. Insgesamt kommt das hallesche THW auf 3.800 Einsatzstunden. Doch der Beauftragte für die Pressearbeit, Thomas Schmoll, kritisierte die Bürokratie. Jede Einsatzstunde schlage mit fünf Stunden Nachbearbeitung zu Buche.

Marco Bohrer, seit anderthalb Jahren Ortsbeauftragter, dankte den anwesenden Bundestagsabgeordneten, dass das Parlament deutlich mehr Geld bereitstellt. 20 Prozent mehr Mittel erhält das THW in diesem Jahr. Ein Lob richtete er an die Stadt, die seit 2009 auch das THW in die Feuerwehrrente einbezieht. „Das ist bundesweit einmalig“, so Bohrer. Dies zeige die gute Zusammenarbeit zwischen THW und Stadt. Im neuen Jahr will das THW vor allem mehr Helfer gewinnen. Prüfen wolle man auch, ob man Flüchtlinge integrieren kann.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Bergner ging auf die zusätzlichen Mittel ein. Das THW leiste eine wichtige Aufgabe, so Bergner, insbesondere auch jetzt in der Flüchtlingskrise. Deshalb habe man sich für mehr Mittel eingesetzt. Während Bergner meinte, alle seien sich darüber klar, dass die Zahl der Flüchtlinge reduziert werden muss, ist der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby anderer Meinung. Flüchtlinge seien ein Potential für die Gesellschaft. „Ich bin froh, dass THW an unserer Seite zu haben“, meinte Tobias Teschner, Fachbereichsleiter Sicherheit in der Stadtverwaltung. Bei vielen großen Einsätzen wäre man ohne THW aufgeschmissen gewesen, wie die Gasexplosion in der Stephanusstaße im Jahr 2002 oder beim Hochwasser 2013.

Apropos Flut. „Beim Hochwasser habe ich das THW schätzen gelernt“, sagte Beate Bechmann, Regionalgeschäftsführerin der Volkssolidarität Halle-Saalekreis. Sie selbst wohne in Neustadt, habe Angst davor gehabt, dass der Stadtteil überflutet werde. Deshalb gehen Mittel aus der Listensammlung auch in diesem Jahr wieder an die Jugendarbeit des THW. Schon im vergangenen Jahr hatte die Volkssolidarität die Helfer auf diese Weise unterstützt.

Und auch eine Ehrung gab es. Der Ortsbeauftragte Marco Bohrer erhielt das Helferzeichen in Gold mit Kranz „für außerordentliche Verdienste“. Bohrer war im Alter von 14 Jahren zum THW gekommen und hat in den vergangenen 13 Jahren insgesamt 16 Qualifikationen und 31 Aus- und Weiterbildungen absolviert.

Unter den Gästen des Neujahrsempfangs waren Oberbürgermeister Bernd Wiegand sowie der Landtagsabgeordnete Bernhard Bönisch (CDU) und die Stadträte Andreas Scholtyssek (CDU), Eric Eigendorf (SPD), Marion Krischok (Linke) und Wolfgang Aldag (Grüne).
Das THW in Halle hat 64 aktive Mitglieder, mehr als hundert sind es insgesamt.

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