Medienwissenschaft: Stadtrat richtet Appell an die Uni

26. Februar 2014 | Vermischtes | 2 Kommentare

Der Stadtrat hat am Mittwoch einen Appell zum Erhalt der Medien- und Kommunikationswissenschaften beschlossen. Einstimmig votierten die Räte und auch Oberbürgermeister Bernd Wiegand für einen Antrag von Linken, Grünen, MitBürgern und FDP.

mmz_02Anlass für den Antrag sind Pläne der Uni, schon zum Wintersemester keine neuen Studenten mehr anzunehmen und den Studiengang, der im MMZ unterrichtet wird, auslaufen zu lassen. Im März will der Senat darüber entscheiden. Der Medienstandort Halle sei wichtig, meint Rüdiger Fikentscher (SPD). Im Zusammenhang mit der Infragestellung des Standorts MMZ sei die ungewissen Zukunft der Medien- und Kommunikationswissenschaften gefährlich. Mit solch einer Entcheidun werde der gesamte Medienstandort Halle in Frage gestellt. OB Wiegand weist zurück, dass man den Medienstandort Halle in Frage stellt. Hendrik Lange macht die Landesregierung und deren Kürzungen verantwortlich für das drohende Aus. Es sei wichtig, das Signal an die Uni auszusenden, dass dem Rat am Erhalt der Medien- und Kommunikationswissenschaften liegt.

Zudem bekannte sich der Stadtrat zum Mitteldeutschen Multimediazentrum MMZ am jetzigen Standort. Beschlossen wurde auf Antrag von CDU, FDP, SPD und Linke der schnellstmögliche Einbau einer neuen Kinotonmischung als Alleinstellungsmerkmal. Die alte war durch das Hochwasser zerstört worden. Die Stadtverwaltung soll die Zwischenfinanzierung übernehmen, bis die Fluthilfemittel kommen.

Ulrike Wünscher (CDU) wies darauf hin, dass es bis 2020 eine Fördermittelbindng von 20 Millionen Euro gebe und man deshalb ohnehin am Standort festhalten müsse. Die Versicherung habe bereits zugesagt, die Kinotonmischung zu zahlen. 930.000 Euro stünden bereit. Es gehe nur um eine Zwischenfinanzierung der nötigen Lüftung im Kubus. Wünscher sieht andernfalls die Gefahr, da die Mieter ausziehen.
OB Wiegand erklärte, dass es am MMZ keinen Hochwasserschutz gebe. Laut Bodo Meerheim sei dies sicher ein Risiko. Doch man müsse dies abwägen mit dem Risiko für die Kreativwirtschaft in der Stadt.
Der Antrag geschehe aus Sorge um den Medienstandort Halle, meinte Rüdiger Fikentscher (SPD). Lediglich die Stadtverwaltung stelle dies in Frage, deshalb sei der Stadtratsantrag richtig.
OB Wiegand positionierte sich weiter gegen den Antrag. Er will zunächst das Statik-Gutachten abwarten, welches in zwei Wochen vorliegen soll. Ulrike Wünscher will wissen, wieso die Schadensgutachten nicht schon längst in Auftrag gegeben worden sind. Laut Wiegand entspreche das erste Gutachten nicht den Kriterien für die Fördermittelbeantragung. “Deshalb mussten wir nachbessern.” Das neue Gutachten sorge für Rechtssicherheit.
Bernhard Bönisch zeigt sich verwundert, dass die Firmen ohne solch ein statisches Gutachten ins Haus gelassen wurden. Er fragt zudem, warum es eine Standortuntersuchung geben soll. Laut Wiegand sei dies Teil der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Diese sei für die Fördermittelbeantragung nötig. Auch bei der Eissporthalle habe man diese Untersuchung gemacht. Gerry Kley (FDP) kritisiert, dass die Stadt nicht mit offenen Karten spielt. Er wirft Wiegand vor, alles zu verzögern, weil er einen neuen Standort wolle. Deshalb solle sich der Rat nicht vertrösten lassen. Wiegand fragt Kley, warum er sich so plustert. Kley sieht das als Beleidigung an und ruft den Stadtratsvorsitzenden um Hilfe. Erfolglos.

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