„Made in Burg“: Giebichenstein-Designpreis in Halle verliehen

15. Oktober 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Ein Stein aus roten Porphyr steht künftig in einigen Wohnzimmern. Es ist nicht irgendein Stein, sondern jenes Vulkangestein, auf dem die Burg Giebichenstein steht. Und es ist ein Preis: am Dienstagabend wurde im Volkspark der Giebichenstein-Designpreis der Kunsthochschule verliehen. Die Trophäe selbst entstand im Rahmen eines Studienprojekts im Grundlagenfach „Material Objekt Form“ und setzte sich gegen 93 andere Entwürfe durch.

Die nominierten Arbeiten werden im Stadtmuseum präsentiert – als interaktive Referenz der Themen und Inhalte, die im Fachbereich Design der halleschen Kunsthochschule in Studium und Lehre gegenwärtig sind.

In der Kategorie Engagiertestes Anliegen siegte das Bachelorprojekt „Mit 70 hat man noch Träume“ von Studierenden des 3. und 4. Studienjahres der Modeklasse, Rico Berger, Alexandra Börner, Julia Bosch, Franziska Englberger, Ameli Neumann, Louise Unger, Irena Zrno, Katharina Eichner, Kaur Hensel und Jin Young Lee, betreut von Prof. Thomas Greis, Prof. Joachim Schielicke und Dr. Monika Genz.

Die Jury lobte den soziokulturellen Kontext und die hohe Qualität der Kollektion für Menschen über 70. Die Kleidung erzählt von den Träumen, Wünschen und Sehnsüchten älterer Menschen und beeindruckte die Jury durch Einfühlungsvermögen und Courage. Sie liefert eine Antwort auf die Frage „Wie wollen wir leben“, vermittelt eine „Vision vom Altsein“ und zeigt sich „widerständig, optimistisch, dem eigenen Geschmack und Anspruch verpflichtet“.

In der Kategorie Beste Gruppenarbeit siegte „Burgshop 2.0 – Made in Burg“ von den Bachelor- und Masterstudenten aus dem Industriedesign und dem Studiengang Innenarchitektur Felix Behr, Henrik Bettels, Margherita Buscaglione, Giacomo Equizi, Julian Gottschalk, Lydia Kähny, Ulrike Krause, Carsten Henrion, Phillip Hermes, Niels Werner Hersmann, Felix Hobrücker, Çağdaş Sarıkaya, Kathrin Schmidt, Francesca Laura Sciarmella und Hannes Trommer, betreut von Prof. Klaus Michel.

Die Jury würdigte die Professionalität des Shop-Konzepts, im Besonderen die Einführung einer beständigen Kollektion sowie das neue Corporate Design. Die Struktur ermögliche thematische Flexibilität und auch das Ausstellungssystem entspräche den hohen Anforderungen des Messegeschehens. „Die Projektgruppe hat überzeugend die vielschichtigen Aspekte und Anforderungen der Burgshop 2.0-Konzeption in einer hervorragenden Teamleistung auf den Punkt gebracht.“

In der Kategorie Beste Kommunikation siegte das Masterprojekt „Altern – Schönheit durch Gebrauch“ von Wolfgang Schwärzler, Studiengang Kommunikationsdesign, betreut von Prof. Andrea Tinnes.

Beeindruckt von dem Weg den Wolfgang Schwärzler für seine Schriftgestaltung ging lobte die Jury die Kraft und Intensität seiner Arbeit. „Die fein und gut gestaltete Arbeit ist eine Dokumentation eines offenen Prozesses, was manche Design, andere Leben nennen“, so überzeugte der Gestalter durch seinen ganzheitlichen Blick, welcher ihn zu seinen Entwurfsentscheidungen führte und auf gelungene Art und Weise in der Arbeit transparent wurde.

In der Kategorie Beste Idee / bestes Konzept siegte die Bachelorabschlussarbeit „Das Schattenbuch – Vom Makel zum Spektakel“ von Maria Bauhofer, Studiengang Industriedesign, betreut von Prof. Vincenz Warnke.

Die Jury überzeugte neben der qualitativ hochwertigen Ausführung des Buchobjektes und der treffenden Bildsprache den gelungenen Transfer des einfachen, aber effektvollen Prinzips von Licht und Schatten. Und befand „die Arbeit schafft durch die Entmaterialisierung der Bildwelt ein magisches Moment, welches viel Raum für Vorstellungskraft und Interaktion bietet“.

Für Maria Bauhofers „Schattenbuch“ entschied sich auch der Freundes- und Förderkreises, der darin eine „Hommage an die Zeit der Schattenspielkunst und des klassischen Buches“ sieht, Vergleiche zum Film zog und die hohe Handwerkliche Leistung lobte. Maria Bauhofer erhielt deshalb auch den GiebichenStein Designpreis der Freunde.

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