Löwengebäude: Früher Kloster – heute studentischer Mittelpunkt

22. April 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

„Vom Barfüßerkloster zum Löwengebäude – Das hallesche Universitätshauptgebäude im Wandel“ lautet der Titel eine Sonderausstellung der Zentralen Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die am Donnerstag, 25. April, um 18 Uhr ihre Pforten öffnet. Sie widmet sich der Architektur- und Kunstgeschichte des klassizistischen Universitätshauptgebäudes, genannt Löwengebäude. Die Schau ist noch bis zum 12. Juli 2013 zu sehen.

Löwengebäude der Martin-Luther-Universität in Halle

Vorgestellt wird die Vorgeschichte des Baus bis zur Einweihung des Löwengebäudes und die verschiedenartige Nutzung im Wandel der Zeit von 1834 bis heute. Gezeigt werden die originalen Baupläne, Bauzeichnungen und Bauakten sowie die Entwürfe von Carl Ferdinand Busse (1828), einem Assistenten des berühmten Architekten Schinkel, das zweite Projekt von Wilhelm Heinrich Matthias und Ernst Friedrich Zwirner (1829) sowie der dritte Vorschlag von Karl Friedrich Schinkel. Es ist der Umbau der Moritzburg für die Universität als Gegenentwurf zu den klassizistischen Projekten der Mitarbeiter der Preußischen Oberbaudeputation in Berlin.

Die rund 200 Exponate – von zahlreichen Künstlern geschaffen – geben erstmalig einen umfassenden Einblick in alle wichtigen graphischen Darstellungen des Hauptgebäudes, von der Entstehung bis zur Gegenwart. Sie werden durch Gemälde und Bildnisporzellane sowie Ansichten auf Steinzeug und Glas des 19. Jahrhunderts ergänzt.

„Diese Sonderausstellung wird einmalig sein, da von allen erreichbaren Leihgaben ein Viertel aus Privatbesitz sind. Die Möglichkeit, alle neun Leihgeber mit fast 200 Leihgaben noch einmal zusammenzubringen, wird es so schnell nicht wieder geben“, sagt Dr. Ralf-Torsten Speler, Leiter der Zentralen Kustodie.

Die historischen Stücke sind fast ausschließlich Leihgaben von drei privaten Sammlern. Insgesamt neun Leihgeber zeigen ihre Exponate zu dem Thema. Die Schau zeigt auf rund 140 Quadratmetern Fläche, in zwei Abteilungen gegliedert, die spannende Geschichte dieses Traditionsgebäudes aus der Zeit Preußens, dem Kaiserreich, aus der Weimarer Republik, der Umgestaltung in der DDR und der Neugestaltung des Universitätsplatzes zur 500-Jahr-Feier der Universität 2002. Im Kupferstichkabinett wird das Hauptgebäude in Ansichten von 1834 bis 2008 dargestellt.

Zur Sonderausstellung erscheint ein Architekturführer zum Hauptgebäude vom fliegenkopf verlag Halle. Führungen und Vorträge ergänzen die Exposition.

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