Leopoldina-Chef in UN-Wissenschaftsbeirat berufen

21. Oktober 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Der Mikrobiologe Professor Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina in Halle (Saale), ist in den neuen wissenschaftlichen Beirat des Generalsekretärs der Vereinten Nationen berufen worden. Das Gremium wurde von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon eingerichtet. Die 26 Mitglieder werden ihn in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Technologie beraten. Dabei spielen Aspekte der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft und der Armutsbekämpfung eine besondere Rolle. Berufen wurden Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten. Die Geschäftsführung des Gremiums ist bei der UNESCO angesiedelt.

Die Mitglieder des Scientific Advisory Board bringen ihre Expertise vor allem für Fragen von Forschung und Entwicklung in die Arbeit des Gremiums ein. Dabei werden auch soziale und ethische Aspekte berücksichtigt. Der wissenschaftliche Beirat wird die Verbindungen zwischen Wissenschaft und Politik stärken, Prioritätensetzungen in der Forschung empfehlen, zu aktuellen Themen beraten sowie Wissenslücken und Forschungsbedarf identifizieren. Die Besetzung des Gremiums sowie dessen Leitung und Geschäftsführung wurden der UNESCO übertragen. Die Mitglieder des Gremiums sind ad personam benannt. Ihre Berufung gilt zunächst für zwei Jahre. Die erste Sitzung des Scientific Advisory Board findet laut UNESCO Anfang des kommenden Jahres statt.

„Es ist für mich eine große Herausforderung, einem so bedeutenden Gremium angehören zu dürfen. Ich freue mich darauf, meinen Beitrag im UN Secretary-General’s Scientific Advisory Board zu leisten“, sagt Prof. Jörg Hacker. „Auch in der Arbeit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina spielen Fragen der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft eine große Rolle. Der Erhalt der Lebensgrundlage für künftige Generationen ist eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen Zeit“, sagte Hacker weiter.

Der Mikrobiologe Professor Jörg Hacker ist seit 2010 Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Zuvor war er von 2003 bis 2009 Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von 2008 bis 2010 Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin. Mehrfach war der Wissenschaftler im Ausland tätig. So führten ihn Forschungsaufenthalte in den Jahren 2000 und 2005 an das Institut Pasteur in Paris. Im Jahr 2006 nahm er eine Gastprofessur an der Tel Aviv University (Israel) wahr. Zu seinen Forschungsgebieten zählt die molekulare Analyse von Infektionserregern.

Jörg Hacker studierte von 1970 bis 1974 Biologie mit Schwerpunkt Genetik und Mikrobiologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Nach der Promotion in Halle 1979 und der Habilitation am Institut für Mikrobiologie der Universität Würzburg 1986 war Jörg Hacker von 1988 an Professor für Mikrobiologie in Würzburg. 1993 wurde ihm die Leitung des Würzburger Institutes für Molekulare Infektionsbiologie übertragen.

Die Leopoldina wurde 1652 gegründet und versammelt mit etwa 1500 Mitgliedern hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund 30 Ländern. Sie ist der freien Wissenschaft zum Wohle der Menschen und der Gestaltung der Zukunft verpflichtet. Als Nationale Akademie Deutschlands vertritt die Leopoldina die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig Stellung. Hierzu erarbeitet sie unabhängige Expertisen von nationaler und internationaler Bedeutung. Die Leopoldina fördert die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion, sie unterstützt wissenschaftlichen Nachwuchs, verleiht Auszeichnungen, führt Forschungsprojekte durch und setzt sich für die Wahrung der Menschenrechte verfolgter Wissenschaftler ein.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben