Landeskirchenrat sieht durch Pegida gesellschaftlichen Frieden gefährdet

8. Februar 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Der Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), das die Gebiete Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie kleine Teile von Brandenburg und Sachsen abdeckt, sieht angesichts der Demonstrationen von Pegida und ihrer Ableger den gesellschaftlichen Frieden gefährdet.

Propst Johann Schneider

Propst Johann Schneider


Vor diesem Hintergrund hat die Kirchenleitung an diesem Wochenende eine Erklärung verabschiedet. „Weder Überforderung, allgemeine Unzufriedenheit noch Ängste rechtfertigen ausländerfeindliche, rassistische und menschenverachtende Reden oder Taten. Wir werden uns deshalb als Evangelische Kirche in Mitteldeutschland gegen jeden Angriff auf Einzelne, Bevölkerungsgruppen und Minderheiten stellen“, heißt es darin. „Wir danken all denen, die für ein weltoffenes, demokratisches und menschenfreundliches Land eintreten, sich mit Courage für ein respektvolles Miteinander einsetzen und dabei riskieren, zur Zielscheibe von Hass und Gewalt zu werden. Wir danken den vielen Flüchtlingsinitiativen, die unser Land wärmer und menschenfreundlicher machen“, führt der Landeskirchenrat weiter aus.

Weiter erklärt des Gremium, zu dem Landesbischöfin Ilse Junkermann und der hallesche Propst Dr. Johann Schneider gehören: „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Dazu gehört, Probleme ernst zu nehmen und auf Menschen zu hören, die von Ängsten getrieben werden. Deshalb bitten wir die Gemeinden und Einrichtungen unserer Landeskirche, Orte der Begegnung und des Gesprächs anzubieten. Nächstenliebe verlangt Klarheit.“

Gleichzeitig hat der Landeskirchenrat sein „Wort an die Gemeinden“ vom April 2008 bekräftigt. Darin hatte die EKM festgestellt, „dass Rechtsextremismus und christlicher Glaube unvereinbar sind“. Die Bibel verkünde die von Gott allen geschenkte Menschenwürde und widerspreche damit der von Rechtsextremisten verbreiteten Ideologie, dass bestimmte Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts weniger Wert hätten als andere. Sie widerspreche auch jeder Form des Antisemitismus und Rassismus. „So stehen wir an der Seite derer, die bedroht, herabgewürdigt und ausgegrenzt werden. Nächstenliebe verlangt Klarheit.“

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