Kritik an Fällungen für Wohnpark Paulusviertel

7. April 2015 | Vermischtes | 4 Kommentare

Nach monatelangem Stillstand gehen die Arbeiten am ehemaligen Regierungspräsidium für den Wohnpark Paulusviertel weiter. 20 Millionen Euro wollen die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) und die Günter Papenburg AG mit ihrer gemeinsamen Firma Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung (HGWS) investieren.

Kürzlich wurden zahlreiche Bäume gefällt. Die Initiative Pro Baum reagiert darauf mit großer „Abscheu“. Diese Abholzungen mitten im Beginn der Brutzeit würden nicht nur zu massiven Verlusten von Brutgehölzen, sondern auch zur Störung von Brutmöglichkeiten im näheren Umfeld führen. Nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ stellen auch diese Änderungen das falsche Signal dar.
„Dieser Frevel findet offenbar mit Zustimmung der zuständigen halleschen unteren Naturschutzbehörde statt, welche sich zum wiederholten Male nicht ihrer fachlichen und rechtlichen Aufgabe stellt, sondern reflexartig den Weisungen von Vorgesetzten folgt“, heißt es in einer Erklärung. „Damit dokumentiert sich erneut, welchen Stellenwert Belange des Umwelt- und Naturschutzes in der Stadt Halle (Saale) einnimmt.“

Es mangele nicht an Wohnraum und Tiefgaragen, sondern an einem notwendigen Erhalt von bestehenden Bäumen und Sträuchern vor Ort, so die Initiative. Zudem habe man erneut die Chance vertan eher das Grün noch zu erweitern und die Wohnbebauung auf die bestehenden Gebäude zu beschränken. „Eigentlich müsste es im Interesse der Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) liegen, das Paulusviertel durch bestehendes und vermehrtes Grün das Wohngebiet Paulusviertel weiter aufzuwerten.“ Stattdessen habe man flächendeckend u.a. Feld-, Berg-, Spitzahorn, Robinien und Weißdorn gefällt und somit weiteres wertvolles Grün zerstört.

Man unterstütze das Anliegen der Bürgerinitiative „Pro Paulus Park“, den bestehenden Freiraum zur Wiederbelebung des einstigen Paulusparks zu nutzen und den besonderen Gebietscharakter zu wahren. „Genau dies entspricht dem Charakter als Flächendenkmal und dem Sinn der Erhaltungssatzung.“

Die Initiative „Pro Baum“ sieht nach eigenen Angaben in den Massenabholzungen in weiteren Meilenstein darin, dass die politisch Verantwortlichen nicht in der Lage sind für einen ordnungsgemäßen Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft zu sorgen, das damit verbundene übergeordnete gesellschaftliche Interesse zu sehen und entsprechend zu handeln. Stattdessen erfolge ein ständiges Bedienen von Partikularinteressen, insbesondere einzelner Baufirmen wie der Günter Papenburg AG.

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