Krisenstab empfiehlt dringend das Verlassen von Gefährdungsgebieten

5. Juni 2013 | Vermischtes | 5 Kommentare

Der Druck auf die Dämme in Halle (Saale) nimmt zu. Der Pegelstand der Saale hat die Acht-Meter-Marke überschritten. Prognosen zufolge, hat der Scheitel den Pegel Trotha allerdings gegen 8.30 Uhr erreicht. Der Pegel der Weißen Elster sinkt seit 2 Uhr morgens.

Von einem dennoch nicht auszuschließenden Wassereinbruch sind betroffen: Halle-Neustadt im Bereich der nordöstlichen bzw. südlichen Neustadt (B 80, Rennbahnkreuz, Gimmritzer Damm bis westlich der S-Bahnlinie) und die Klaustorvorstadt in der Innenstadt.

Der Katastrophenschutzstab empfiehlt vor allem den Anwohnern im Gebiet der nordöstlichen Neustadt (Gefährdungsbereich 1) dringend, Keller zu sichern und die Häuser zu verlassen. Die Polizei informiert über Lautsprecherdurchsagen.

Entsprechend der voraussichtlichen Hochwasserlage unterteilt der Katastrophenschutz das gesamte betroffene Gebiet von Halle-Neustadt der Gefährdungsrangfolge nach in fünf Bereiche. In allen Gefährdungsbereichen werden Einsatzleitzentren eingerichtet, die mit Feuerwehr, Notarzt und Polizei besetzt sind.
Grundsätzlich gilt, dass Maßnahmen nach Dringlichkeit ergriffen werden.

• Gefährdungsbereich 1: Dieser Bereich ist besonders gefährdet. Der Katastrophenschutzstab empfiehlt dringend, die Wohnungen zu verlassen: Rennbahnkreuz, Gimritzer Damm, Blücherstraße, Lilienstraße, Begonienstraße, Am Meeresbrunnen, Magistrale.

• Gefährdungsbereich 2: Rennbahnkreuz, Eislebener Chaussee/B80, An der Feuerwache, Magistrale. Dieser Bereich wird beobachtet. Eine dringende Empfehlung zum Verlassen der Wohnhäuser ist zeitnah zu erwarten.

• Gefährdungsbereich 3: Begonienstraße, Lilienstraße, Hallorenstraße, Magistrale. Dieser Bereich wird beobachtet. Eine dringende Empfehlung zum Verlassen der Wohnhäuser ist je nach Lage zu erwarten.

• Gefährdungsbereich 4: B 80, An der Feuerwache, Magistrale, Zollrein. Dieser Bereich wird beobachtet. Eine dringende Empfehlung zum Verlassen der Wohnhäuser ist je nach Lage zu erwarten.

• Gefährdungsbereich 5: Hallorenstraße, Lise-Meitner-Straße, Am Bruchsee, An der Magistrale. Dieser Bereich wird beobachtet. Eine dringende Empfehlung zum Verlassen der Wohnhäuser ist je nach Lage zu erwarten.

Den Anwohnern der Gefährdungsbereiche von Halle-Neustadt und der Klaustorvorstadt wird vom Katastrophenschutzstab empfohlen, den Aufforderungen zum Verlassen der Gebäude zu folgen und die Hilfsangebote zu nutzen. Der Katastrophenstab empfiehlt weiterhin allen Betroffenen, Personaldokumente, Medikamente und ggf. Babynahrung oder Spezialnahrung etc. mitzunehmen.

Zuerst sollten private Unterkunftsmöglichkeiten gefunden werden. Sollten diese nicht zur Berfügung stehen bietet die Stadt Ausweichquartiere an (Brandbergehalle oder Am Stadion 6 und Sporthalle Burgstraße).
Die Anwohner sollten berücksichtigen, dass sie voraussichtlich längere Zeit nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können.
Für alle Betroffenen der Gefährdungsbereiche von Halle-Neustadt und der Klaustorvorstadt stehen Busse bereit.

Im akut und aktuell betroffenen Gefährdungsbereich 1 von Halle-Neustadt werden – entlang der Strecke Saaleaue, Begonienstraße, Hallorenstraße, Lilienstraße, Magistrale – die Haltestellen/Sammelpunkte angefahren. Ausweichquartiere sind die Brandbergehalle oder Am Stadion 6. Straßenbahnen pendeln zwischen dem Göttinger Bogen und dem Rennbahnkreuz.
Den Bewohnerinnen und Bewohner der Klaustorvorstadt stehen Fahrzeuge an den Standorten Friedmann-Bach-Platz und Hallmarkt zur Verfügung. Von dort aus werden die Ausweichquartiere (u.a. Sporthalle Burgstraße) angefahren.

Die Bevölkerung wird gebeten, Ausweichquartiere nach Möglichkeit nicht mit dem privaten Fahrzeug anzufahren. Für die Dauer der Hochwassermaßnahmen sollten die Betroffenen Parkmöglichkeiten in höher gelegenen Stadtteilen nutzen. Auch steht das Parkhaus am Neustadt Centrum zur Verfügung.

Ursache für das steigende Wasser in den betroffenen Stadtvierteln sind leichte Überspülungen und Unterspülungen des Gimritzer Dammes. Hinzu kommt durch stärker aufsteigendes Grundwasser. Am Gimritzer Damm sind keine zusätzlichen Verbauungen mehr möglich, ohne dessen Stabilität zu gefährden.

Die Einsatzkräfte ziehen sich aus dem Bereich der Klaustorvorstand zurück. Der Evakuierungsstützpunkt in der Dreyhauptsraße 1 musste wegen Wassereintritts aufgegeben werden. Suche nach neuem Standort läuft. Mögliche Variante: Turnhalle Burgstraße.

Situation an den Dämme:
Gimritzer Damm: Zahlreiche Wasseraustritte, Hebungen an zwei Stellen im Straßenbereich (Kompensation durch Betonplatten wird geprüft), Ausfall der Pumpstation nahe der Eissporthalle (wird geprüft, Alternative Notstromaggregat), Brunnengalerie arbeitet nur noch teilweise

Passendorfer Damm: erhebliche Sickerwasseraustritte, Sicherung des Schneckenpumpwerkes um B 80-Überflutung zu verhindern

Sandbefüllung:
Stationen am Roten Turm, am Hubertusplatz und in der Stadtwirtschaft laufen

Polizei braucht Kräfteverstärkung. Die Sicherung der Rettungswege muss erhalten bleiben.

Oberbürgermeister und Leiter des Krisenstabes steht mit Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht zur Lageabstimmung im Kontakt.

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