Kriminalstatistik 2014: Anstieg der Zahl von Straftaten um 5,32% – Diebstähle weiterhin an der Spitze

20. März 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Heute gab das Polizeirevier von Halle (Saale) die statistischen Daten des Jahres 2014 bekannt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Straftaten leicht von 26.227 auf 27.261 an, was einer Steigerung von 5,32% und 11.928 Straftaten pro 100.000 Einwohner entspricht. Von den 27.261 Straftaten wurden 2.011 Taten jedoch von anderen Behörden wie der Bundespolizei oder dem Zoll verfolgt und werden somit in die weiteren Betrachtungen nicht mit einbezogen. Daraus ergibt sich eine Zahl von 25.610 Fällen (2013: 24.089) und eine Steigerung von 6,31% die vom Polizeirevier Halle (Saale) abschließend bearbeitet wurden.

Anzeigen zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmungen nahm die Polizei 195 (2013: 151 +29,14%) auf. Roheitsdelikte (u. A. Körperverletzung, Raub) hätten mit 14,14% schon einen relativ hohen Anteil, so der Leitende Polizeidirektor Mario Schwan. Auf 3.622 Fälle (2013: 3497 +3,57%) kam das Polizeirevier. Hierbei entfielen 308 (2013: 242 +27,27%) Fälle auf Raubstraftaten und 2.421 (2013: 2.427 -0,25%) auf Körperverletzungen. Von den Raubstraftaten konnten  57,5% und von den Körperverletzungen 84,8% aufgeklärt werden. Die hohe Aufklärungsquote erklärt sich durch den Umstand, dass vor allem Körpervertzungen oft unter bzw. in sich bekannten Personen(-kreisen) begangen werden.

Einen signifikanten und auch für den Anstieg der gesamten Fallzahlen haupt verantwortlichen Sprung nach oben machte die ohnehin hohe Zahl der Diebstähle: 11.438 Fälle (2013: 9.821 +16,46%) gab es im Jahr 2014, was 44,66% aller Straftaten entspricht. Hierbei entfielen 6.262 Fälle (2013: 5.242 +19,46%) auf sogenannte Diebstähle unter erschwerten Bedingungen, wobei sich der oder die Täter unter Anwendung von Gewalt gegen Sicherungseinrichtungen Zugang zum Diebesgut verschafften. Auch innerhalb dieser Rubrik gab es einen besonders hohen Wert zu Verzeichnen: die Zahl der Diebstähle aus Kellerräumen und Dachböden verdoppelte sich beinahe auf 1.873 Fälle (2013: 973 +92,5%). Auf Grund der Feststellung, dass diese Fallzahlen in den letzten eineinhalb Jahren auf einem relativ hohen Wert stagnierten, wurde bereits zu Beginn des Jahres 2014 eine eigene Ermittlungsgruppe mit bis zu sechs Beamten eingerichtet, welche sich nur um solche Straftaten kümmerten, so Kriminalrat Hauke Riek, Leiter des Revierkriminaldienstes.

Diese Ermittlungsgruppe hat im vergangenen Jahr über 70 Tatverdächtige ermittelt, gegen 17 dieser Tatverdächtigen sind Haftbefehle erlassen worden. Hierbei handelt es sich um fünf Verdächtige denen 132 Diebstähle zur Last gelegt werden und 12 weitere, die auch andere Straftaten begangen haben sollen. Viele der Tatverdächtigen seien im Alter zwischen 17 und 25 und treten als Einzeltäter in Erscheinung. Einsamer Spitzenreiter bei den Diebstählen ist ein 33 jähriger Mann aus Halle mit alleine 43 Taten die auf sein Konto gehen sollen. Dieser war der Polizei bereits vorher auf Grund von Kellereinbrüchen, Laden- und Fahrraddiebstählen sowie Betäubungsmittelkonsum bekannt.

In diesem Zusammenhang sagte Mario Schwan: „Natürlich können sich die Menschen in ihrer Stadt sicher fühlen. Halle wird nicht unsicherer und wir wollen die Gesamtaufklärung erhöhen.“ Polizeihauptkommisar Matthias Laube fügte hinzu, dass es wichtig sei den Tätern so viele Hindernisse wie möglich in den Weg zu stellen. Hierfür gebe es kleine aber wichtige Dinge, die jeder Bürger in seinem privaten Umfeld beachten könne: zum Beispiel Hauseingangs- und Kellertüren verschlossen halten und darauf achten, wer sich im Haus bewegt. Die Mitwirkung der Bevölkerung sei bei Diebstahlsdelikten im Wohnumfeld wichtig für die polizeiliche Arbeit.

140 Autos wurden 2014 in Halle gestohlen (2013: 135 +3,70%). Weiter rückläufig hingegen ist die Zahl der Diebstähle aus oder in Kraftfahrzeugen mit aktuell 460 Fällen (2013: 711 -35,30%). Vermögens- und Fälschungsdelikte tragen mit 4.094 Fällen (2013: 4.618 -11,35%) zur Statistik bei. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Internet- und Tankbetrug, aber auch der berühmt berüchtigte Enkeltrick zählt hierzu. Bei diesen Straftaten ist der Ermittlungsaufwand außergewöhnlich hoch, trotz rückläufiger Fallzahlen. Waren- und Warenkreditbetrug spielen sich zumeist im Internet ab: zum Beispiel Ware bestellt, gezahlt, aber nie etwas erhalten: 1.107 Fälle (2013: 1.017 +8,85%) registrierte die Polizei in diesem Bereich. Die Zahl der Sachbeschädigungen durch Graffiti ist seit Jahren rückläufig, so auch 2014: 630 mal (2013: 726 -13,22%) wurde deswegen ermittelt.

Deutlich gestiegen ist hingegen die Rauschgiftkriminalität. 788 Fälle (2013: 619 +27,30%) wurden verzeichnet. Dieser Anstieg korreliert mit dem Anstieg der Diebstahlsdelikte und lässt Rückschlüsse auf deren Ursache in der Beschaffungskriminalität zu. Knapp die Hälfte der Fälle bezieht sich auf Cannabisprodukte. Ein stetig wachsender Teil hat jedoch mit Chrystal-Meth zu tun: 242 Fälle, was 30,71% entspricht. Ein Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich, da im Jahre 2013 noch keine gesonderte Statistik hierüber geführt wurde. Allein daraus, dass die Zahlen nun erfasst werden ist jedoch zu erkennen, dass diese Droge auch in Halle einen immer größeren Stellenwert einnimmt. 93% aller BTM-Delikte konnten aufgeklärt werden.

Der größte Anteil an Tatverdächtigen ist in der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen zu verzeichnen. Von insgesamt 7785 Tatverdächtigen erreicht diese Altersgruppe eine Zahl von 1841 Tatverdächtigen, was eine Prozentzahl von 23,65 % ausmacht. Davon sind 1403 Tatverdächtige männlich (76,21%) und 438 weiblich (23,79%). Unter den insgesamt 1333 Jungtatverdächtigen (bis 21 Jahre) wurden 876 männliche (65,72%) und 457 weibliche (34,28%) Tatverdächtige registriert. Von den insgesamt 1027 ausländischen Tatverdächtigen begingen 53 Tatverdächtige auch Straftaten gegen das Ausländerrecht bzw. gegen das Asylverfahrensgesetz. Dies macht einen Prozentsatz von 5,16 % aus.

Hier findet Ihr die Statistik noch einmal zum durchschauen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2014

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