Kreissynode: neues Kirchenparlament in Halle konstituiert

5. April 2014 | Vermischtes | 3 Kommentare

Am Samstag kam die neue Kirchenkreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis zusammen. Diese umfasst der neben Halle (Saale) auch den nördlichen Saalekreis sowie Teile des Salzlandkreises umfasst. Die Synode ist das Kirchenparlament.

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Ähnlich wie bei einem Stadtrat oder Landtag ist das Gremium für Entscheidungen im Kirchenkreis zuständig. Die ehrenamtlichen Vertreter wurden in den vergangenen Wochen durch die Mitglieder der Kirchgemeinden gewählt. Mit einem Gottesdienst in der Bartholomäuskirche unter Leitung von Pfarrer Döbbeling begann die Sitzung. Superintendent Hans-Jürgen Kant nahm dabei von jedem der Abgeordneten mit Handschlag das Synodalversprechen ab. Das geleistete Synodalversprechen ist Voraussetzung für die Wahrnehmung des Mandates. 44 der 46 Synodale waren anwesend. Gesammelt wurde im Rahmen des Gottesdienstes eine Kollekte für die Kirche in Hohenweiden. Diese war vor einer Woche von Randalierern verwüstet worden. Diese versprühten einen Feuerlöscher in dem Gotteshaus. Das feine Pulver setzte sich auch in der Orgel fest.

Im Rahmen der ersten neuen Kreissynode, die für sechs Jahre bestimmt wurde, wurde auch ein neuer Kreiskirchenrat gewählt. Präses wird Thomas Hermann, er erhielt 43 Ja-Stimmen und eine Enthaltung. Der 60-Jährige ist in Bernau bei Berlin geboren, wohnt aber seit 1978 in Neutz bei Wettin. In Magdeburg hat der Maschinenbau studiert, war lange Bürgermeister und zuletzt Geschäftsführer eines Abwasserzweckverbandes im Saalekreis. Gemeindekirchenrat ist er seit 33 Jahren, im Kirchspiel Wettin ist er derzeit Vorsitzender des GKR. Die bisherige Präses Silke Boß war nicht mehr angetreten.
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Stellvertreter des Präses sind Esther Offergeld und Heiner Urmoneit. Die 44-jährige Offergeld ist in Halle geboren und aufgewachsen, dort wurde sie durch die Christusgemeinde geprägt. In Weimar hat sie Musik studiert und arbeitet jetzt an der Körperbehindertenschule als Förderschullehrerin. Urmoneit ist Pfarrer in Schochwitz und 46 Jahre alt. Sein Vater ist ebenfalls Pfarrer. Aufgewachsen ist er in Magdeburg und durch das Theologiestudium nach Halle gekommen.

Zum ersten Stellvertreter des Superintendenten wurde Andreas Schuster gewählt. Er wurde 1956 in der Stadtmission geboren, hat zwei Töchter und 1 Enkelkind. Er war schon einmal amtierender Superintendent und hat daher Erfahrung, welche Aufgaben auf ihn zukommen. Zweite Stellvertrerin wurde Sabine Kramer. Die 51-Jährige ist in Erfurt geboren und Pfarrerin in der Marktkirche. Aufgewachsen ist sie in einem nichtchristlichen Haushalt und kam durch Freunde zur Kirche. Drei Jahre hat sie als Hilfsschwester gearbeitet, später in Berlin Theologie studiert

Gewählt wurde zudem der Kreiskirchenrat, die „Regierung“ des Kirchenkreises. Dieser besteht aus 15 Mitgliedern. Geborene Mitglieder sind der Präsis, der Superintendent und sein erster Stellvertreter. Hinzu kommen weitere 7 Ehrenamtliche und fünf Hauptamtliche. So arbeiten nun auch Jürgen Biewald (Bartholomäus – EA), Constanze Dankert (Zscherben – EA), Sabine Franz (Gemeindepädagogin),Katharina Gürtler (Kreiskantorin), Karsten Müller (Pfarrer Johannes), Esther Offergeld (Christus – EA), Manuela Reimer (Trotha – EA), Georg Rosentreter (Ostrau – EA), Carl-Ernst Rürup (Halle-Neustadt – EA), Silke Schaaf (Landsberg – EA), Barbara Sonntag (Gefängnisseelsorge) und Eckart Warner (Pfarrer Franckesche Stiftungen) mit.

Gleich in der ersten Sitzung berieten die Synodale über die Finanzen. Es stand der Beschluss über die Jahresrechnung 2013 an. Im vergangenen Jahr gab der Kirchenkreis 10,5 Millionen aus und verfügte über Einnahmen von 11,5 Millionen Euro. Unter anderem gehören dem Kirchenkreis Häuser in der Mittelstraße 14, Böllberger Weg 101, Friedenstraße 35 und Nordstraße 29. Damit wurden Einnahmen von 30.000 Euro erzielt. Unterstützt wurden Linder/Familien/Jugend/Frauen (5.950 Euro), Kirchenmusik (202,44 Euro), Kirchenmusik auf dem Land (5.503,50 Euro), Religionsunterricht (16.244,83 Euro), Öffentlichkeitsarbeit (58.000 Euro), Ökumene (12.000 Euro), Regionalarbeit im Kirchenkreis (10.846,80 Euro), City-Arbeit (10.000 Euro), Gehörlosenarbeit (16.185,49 Euro), Krankenhaus-Seelsorge (2,500 Euro), Straffälligen- un Strafentlassenen-Seelsorge (4.000 Euro), Notfallseelsorge (450 Euro), Polizei-Seelsorge (3.984,70 Euro), Bahnhofsmission (30.000 Euro), Telefonseelsorge (15.000 Euro), Stiftung Petersberg (7.500 Euro), Zweckverband Evangelische Kitas (36.748 Euro), Diakonische Begegnungsstätte (25.000 Euro), Stützung evangelischer Schulen in freier Trägerschaft (15.000 Euro), Stadtmission (35.000 Euro), Kreisdiakonie-Pfarrstelle (13.685,49 Euro), Evangelisches Freizeitheim Schönburg (3.370,08 Euro), RL für DBS/Bahnhofsmission (10.000 Euro), Villa Jühling (5.600 Euro), Projektmittelfond (25.008,02 Euro).

synode3„Wir haben als Kirchenkreis keine finanziellen Reichtümer“, sagte Superintendent Hans-Jürgen Kant. Daneben müsse man davon ausgehen, in Zukunft mit weniger Geld zurechtkommen zu müssen. Noch aber sei man gut aufgestellt. Wie Kant sagte, werde es dadurch möglich, zusätzliche 400.000 Euro für dieses Jahr für verschiedene Projekte im Kirchenkreis bereit. Die Gelder kommen aus den Rücklagen. Mittel fließen in die Herrichtung des Pfarrhauses Könnern, die Sanierung des Pfarrhauses Dieskau sowie den Einbau einer Pfarrwohnung in Beesen. Weitere Gelder gehen an die Marktkirche zur Planung der Sanierung des Innenraums, die Domgemeinde für Arbeiten im Bürotrakt sowie Arbeiten am Kindergarten der Christusgemeinde. Unterstützt wird auch die Laurentiusgemeinde, die kürzlich ihren neugebauten Kindergarten eingeweiht hat. Auswirkungen haben die sinkenden Mittel des Kirchenkreises in den nächsten Jahren auf die Mitarbeiterzahl, die weiter zurückgeht. Deshalb werde die Bedeutung der Ehrenamtlichen wachsen.

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