Kindswohlgefährdung: 2.300 Verdachtsfälle in Sachsen-Anhalt

18. Juli 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Im Rahmen ihres Schutzauftrages haben die Jugendämter Sachsen-Anhalts im Jahr 2012 in 2 315 Fällen eine Gefährdungseinschätzung gemeldet, knapp die Hälfte (48,7 Prozent) betrafen Mädchen.

Wie das Statistische Landesamt in Halle (Saale) meldet, wurden akute Kindeswohlgefährdungen in 374 Fällen gezählt, dabei waren ein Drittel der betroffenen Kinder (33,2 Prozent) unter 3 Jahre alt.
Um eine latente Kindeswohlgefährdung handelte es sich in 339 Fällen, knapp ein Drittel der Kinder (31,5 Prozent) waren noch keine 3 Jahre alt.
Der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bestätigte sich in 703 Fällen nicht, jedoch wurde hier ein Hilfe-/Unterstützungsbedarf zur Abwendung der Gefahren festgestellt. In 899 Fällen lag weder eine Kindeswohlgefährdung vor noch war eine Hilfe/Unterstützung der Familien nötig.

Fast die Hälfte (48,1 Prozent) der gemeldeten Fälle von Kindeswohlgefährdungen betreffen Kinder und Jugendliche, die bei einem allein erziehenden Elternteil leben.

Die häufigsten Meldungen über Kindeswohlgefährdungen kamen aus dem unmittelbaren Umfeld der Kinder und Jugendlichen selbst, von anonymen Meldern, Betreuungseinrichtungen, der Polizei, Gesundheitsämtern und Ärzten.

Im Berichtsjahr 2012 wurde erstmalig die Erhebung über Gefährdungsein-schätzungen von Kindern und Jugendlichen nach § 8a SGB VIII durchgeführt. Diese Meldungen werden von den Jugendämtern vorgenommen. Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine gegenwärtige oder absehbare Gefahr für die Kindesentwicklung besteht, die bei Fortdauer eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen und seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen nach sich zieht.

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