Kanonade: Schau zu Napoleonischen Befreiungskriegen auf der Saline

6. September 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die Völkerschlacht von Leipzig ist zum weltbekannten Ereignis geworden. Doch auch die Stadt Halle (Saale) wurde zum Schauplatz, sogar schon vor der berühmten Auseinandersetzung.

„Die Franzosen griffen den General von Kleist mit 8000 Mann und 24 Kanonen an, wurden aber zurückgeschlagen, wobei jedoch die Vorstädte von Halle etwas gelitten haben.“ So nüchtern beschreibt ein Tagebucheintrag die Ereignisse der „Halleschen Kanonade“, welche sich am 28. April 1813 in Halle und Umgebung zu trug. 170 Granaten gingen in der Stadt nieder. 1806 war der französische Kaiser Napoleon mit 14.000 Mann auf Halle zugerückt, auf der anderen Seite der Saale standen ihm 11.000 preußische Soldaten gegenüber. Für Halle brachten die Tage zwischen dem 17. und 20.10.1806 einen radikalen Einschnitt. Gebrochen wurde der Glauben an die Unbesiegbarkeit der preußischen Truppen. Mit der Schließung der Universität verloren die Hallenser eine wichtige Einnahmequelle und mit der Zerstörung des “Giebichensteiner Dichterparadies” auch eine Sehenswürdigkeit. Am 19. April 1806 war es soweit, die Saalestadt erobert und Napoleon ritt in Halle ein – von einer schweigenden halleschen Bevölkerung „empfangen“. Im “Riesenhaus” am Großen Berlin stieg der Imperator ab. Heute ist das dem Bauunternehmen Papenburg gehörende Haus in keinem guten Zustand, Gerüste schützen vor herabfallenden Teilen.

„1806 – 1813…auf dem Weg in die Freiheit“ heißt eine neue Ausstellung, die am Samstag in der Großsiedehalle auf der Salineinsel eröffnet wurde. Die Schau soll die Atmosphäre der Befreiungskriege in der damaligen Zeit aufgegreifen und erlebbar machen. In mehreren Themenecken werden dazu die unterschiedlichen Strömungen und Stimmungen dargestellt, die geprägt waren durch Patriotismus zum einen aber auch Tod und Leid zum anderen. Auf einem eigenen Schlachtfeld werden durch preußisch und französisch eingekleidete Soldatenfiguren unterschiedlichste Szenerien dargestellt, wie sie sich zur damaligen Zeit abgespielt haben könnten. Die Schau soll vor allem Kindern und Jugendlichen das dargestellte historische Thema näherbringen. Arbeitsblätter für verschiedene Altersgruppen animieren z.B. dazu, die Ausstellung spielerisch zu entdecken und zu begreifen. So kann ein Tornister bepackt werden, wie er damals mit in das Gefecht genommen wurde. Wer sich sportlich ausprobieren möchte, kann das an einem Schwebebaum versuchen, einer Art Schwebebalken, der in Anlehnung an den Turnvater Jahn auf der Ausstellung aufgebaut wurde. Denn Turnvater Jahn war es seinerzeit, der die jungen Patrioten auf so manche Schlacht vorbereitet hat.

Erarbeitet und umgesetzt wurde die Ausstellung von 20 Langzeitarbeitslosen der Stadt Halle (Saale), die sich unter der fachlichen Anleitung des Beruflichen Bildungswerkes e.V. mit Unterstützung des Jobcenters Halle (Saale) über Recherchen an das Thema „Befreiungskriege“ herangetastet haben und die Ausstellung in Gänze selbstständig konzipierten. Seit dem 10.06.2012 wurden Ideen für die Ausstellung gesammelt, die dann ab November 2012 Gestalt annahmen. Alle Metall-, Holz- und Malerarbeiten wurden dabei komplett von den Langzeitarbeitslosen durchgeführt.

„Wir wollten die Ausstellung eigentlich am 28.04.2013 eröffnen“, so Ute Friedrich, Projektleiterin beim Beruflichen Bildungswerk e.V. Die Eröffnung der Ausstellung pünktlich zum 200. Jahrestag der Kanonade auf Halle musste jedoch verschoben werden. „Denn durch den langen Winter und der damit einhergehenden Kälte hielt weder Farbe noch Spachtelmasse“, erzählt Friedrich.

Die Ausstellung öffnet ab dem 07.09.2013 bis zum 31.10.2013 immer Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr zu kostenfreiem Eintritt. Führungen werden vor allem auch für Schulklassen angeboten, um den Geschichtsunterricht zu bereichern. Gruppen melden sich bitte bei Frau Ute Friedrich unter der Telefonnummer 0174/7151514 an.

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