Jüdische Gemeinde zu Halle verleiht den 5. Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung

26. Oktober 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am 2. November wird durch die Jüdische Gemeinde zu Halle (Saale) bereits zum 5. Mal der Emil‐L.‐Fackenheim‐Preis für Toleranz und Verständigung verliehen.

In diesem Jahr geht der Preis an die an die Schulprojekte „Gedenkstätte in Wörlitz am Jüdischen Friedhof, Geschichte und Übersetzung der Grabsteine“ des Philanthropinum Dessau sowie „Verwandlung der Gedenkstätte des Jüdischen Friedhofs in Harzgerode“ der Sekundarschule Harzgerode.

Anfang Juni hat sich der Repräsentantenausschuss über die diesjährigen Preisträger verständigt. Jede der Schulen erhält ihm Rahmen der Preisverleihung in der halleschen Synagoge am Wasserturm 1.000 Euro. Als Grund für diese Ehrung wurden das Erlernen und gründliches Forschen der örtlichen Geschichte der jüdischen Gemeinschaft genannt. Die Preisverleihung erhält eine besondere Bedeutung für das Projekt aus dem Harz angesichts der in dieser Woche geschehenen nazistischen Schändung in der Gedenkstätte Harzgerode.

Namensgeber für den Preis ist der am 22. Juni 1916 in Halle geborene Emil Ludwig Fackenheim. Der Philosoph und Rabbiner schrieb vielbeachtete Studien zu Kant, Hegel und Schelling. Fackenheim hatte an der Universität in Halle sowie an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums studiert und wurde 1938 zum Rabbiner ordiniert. In der Reichspogromnacht wurde er verhaftet und war bis Anfang 1939 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Anschließend floh er nach Großbritannien und lebte später in Kanada. 60 Jahre nach der Vertreibung aus seiner Geburtsstadt Halle wurde ihm 1999 die Ehrendoktorwürde der Halleschen Universität verliehen.

Verliehen wurde der Preis erstmalig 2003. Preisträger war Dr. Gerhard Begrich, der für seine Unterstützung der in Halle lebenden Juden, die sich damals von der stasi-geprägten Gemeinde distanziert hatten., ausgezeichnet wurden. Im Jahr 2005 ging der Preis an den Interessenverband Verfolgter des Naziregimes für dessen unermüdlichen Kampf gegen Rechtsradikalismus in der Gesellschaft.

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