Jubiläum: 10 Jahre Biker-Gottesdienst in Halle-Mötzlich

11. April 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

20 Grad, Sonne… Zeit die Motorsägen rauszuholen. Traditioneller Auftakt für die Biker-Saison in Halle ist der Biker-Gottesdienst in der kleinen St.-Pankratius-Kirche in Mötzlich. Der fand am Samstag zum mittlerweile zehnten Mal statt.

Und mehr als 300 Biker folgten dem Ruf. Motorräder, Trikes und Quads wurden poliert aus der Garage geholt. In der Willi-Dolgner-Straße war kaum noch ein Durchkommen, röhrten die Motoren, donnerten die Endrohre, blitzte das Chrom.

Die Predigt hielt der Stendaler Superintendent Michael Kleemann, der selbst auch passionierter Motoradfahrer ist und von der Altmark natürlich standesgemäß mit seinem Feuerstuhl nach Halle kam. Beeindruckt zeigte er sich vom großen Andrang in Halle, da könne sich Magdeburg noch eine Scheibe abschneiden. Kleemann berichtete von seinem beruflichen Alltag, auch als Polizeiseelsorger. Da war beispielsweise der 36 Jahre alte Motorradfahrer, der im Herbst tödlich verunglückte. „Hoffentlich ist er Single“, denkt er sich. Und dann kommt die schwierige Aufgabe, die Angehörigen zu informieren. Es geht in eine Eigenheim-Siedlung in einer altmärkischen Kleinstadt. Vor dem Haus liegt ein Kinderroller, Kinderlachen ist zu hören und eine fröhliche Frau öffnet die Tür. Der Umgang mit Menschen in extremen Situationen dürfe nie Routine werden, sagte Kleemann. Auch nach zwanzig Jahren sei die Arbeit nicht einfach. Unzählige Male habe er schon an fremden Türen klingeln müssen. Kleemann appellierte daran, den Schutz und Wert des eigenen Lebens ernst zu nehmen. „Helm auf, unser Kopf ist zu wertvoll.“ Das gelte auch für kleine Touren nur mal eben um die Ecke.

Für die musikalische Umrahmung zeichnete sich die Gruppe “Southbound” in diesem Jahr verantwortlich. Und so erklangen im Gotteshaus unter anderem „Lay down sally“ oder „Nutbush City Limits“.
Nach dem Gottesdienst zündeten die Biker zu den Klängen von „Tears in Heaven“ an der Osterkerze kleine Kerzen an, um sie am Taufstein aufzustellen, um so ihrer verunfallten oder gestorbenen Kameraden zu gedenken. Die Kollekte geht an den Verein zur Förderung krebskranker Kinder.


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