Interessengemeinschaft will besseren Hochwasserschutz für die Altstadt

12. Februar 2014 | Vermischtes | 3 Kommentare

Neuer Deich am Gimritzer Damm, Erneuerung der Brunnengalerie: wenn es ums Thema Hochwasser geht, dann steht aktuell in Halle vor allem der Stadtteil Neustadt im Fokus. Das wollen sich engagierte Hallenser nicht bieten lassen. 50 Anwohner aus der Altstadt haben deshalb nun die Interessengemeinschaft „Hochwasserschutz Altstadt“ gegründet.

„Wir sind Menschen, Familien und Unternehmen, die in ihrem Lebensumfeld und in ihrer wirtschaftlichen Existenz von Hochwasser und den Überflutungen im Juni 2013 betroffen waren“, so Katrin Moeller von der IG. Die Mitglieder der Initiative wohnen unter anderem in der Hafenstrasse, den Straßen der Klaustorvorstadt sowie in anderen betroffenen Bereichen bis hin zur Talstrasse.

„Aufgrund der mit dem Hochwasser verbundenen Ereignisse, unserer persönlichen Erfahrungen und einem breiten Fach- und Informationspotenzial haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir bisher wenig Initiativen der Stadt und des Landes sehen, zu einem verbesserten Hochwasserschutz für die Altstadt zu gelangen“, so Moeller. Sie kritisiert beispielsweise die Anwort von Oberbürgermeister Bernd Wiegand in der Stadtratssitzung auf die Frage einer Anwohnerin vom Ratswerder zum besseren Hochwasserschutz mit mehr Retentionsflächen, dass am Ratswerder eine Sandsackfüllstation errichtet werden soll. „Hilfloser könnte eine Antwort kaum ausfallen! Die Stadt lässt auf diese Weise beste Möglichkeiten verstreichen, bis zum Juni 2014 sinnvolle Konzepte zum wirksamen Hochwasserschutz für die Altstadt bei der Hochwasserhilfe zu beantragen.“ Die Initiative spricht sich unter anderem für mobile Hochwasserspundwände, Schutzvorrichtungen an Häusern, Rückstauklappen, hochwassersichere Energie- und Kommunikationsversorgungen aus.

Im September 2013 hatte OB Wiegand eine Bürgerversammlung zum Hochwasserschutz zugesagt, darauf warte man bis heute. „Nachdem wir die größten Schäden beseitigt haben, werden wir jetzt tätig“, so Moeller. Man befürworte und unterstütze einen nachhaltigen, wirksamen Hochwasserschutz am Gimritzer Damm, fordere jedoch gleichzeitig geeignete Maßnahmen, um auch die Innen- bzw. Altstadt und die Talstraße vor Hochwassergefahren im notwendigen Umfang zu schützen. „Wir möchten den Blick der Öffentlichkeit, aber auch den der verantwortlichen Behörden auf dringende, mittelfristige und langfristige Hochwasserschutzmaßnahmen lenken.“

Ziel sei es, Erfahrungen und Erkenntnisse als sachkundige Bürger mit den zuständigen Behörden und Verwaltungen, mit öffentlichen Einrichtungen oder anderen Betroffenen zu teilen und zu diskutieren. „Wie der komplexe Streit rund um den Neubau des Gimritzer Dammes gezeigt hat, steht einem glaubhaften und ausgewogenen Hochwasserschutz entgegen, wenn durch Einzelmaßnahmen – ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept – einseitige und kurzsichtige Lösungen gesucht werden. Die Folgen aus diesem geplanten Deichneubau sind weder hinreichend untersucht noch abgewogen worden“, so Moeller. „Aktuell wollen wir uns deshalb für eine bestmögliche Planung engagieren und die unterstützen, die einen übergreifenden Hochwasserschutz für alle betroffenen Bereiche anstreben. Hierzu gehören für uns beispielsweise auch Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Erschließung von Retentionsräumen, zur Regulierung von Wasserdurchflussmengen sowie die Möglichkeiten einer besseren Kommunikation / Informationspolitik und eines strukturierten Katastrophenschutzplanes der Stadt.

www.hochwasserschutzhalle.homepage.t-online.de

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