Hochwasserschutz: neuer Damm auf der Halle-Saale-Schleife

15. Juli 2013 | Vermischtes | 6 Kommentare

Die Halle-Saale-Schleife ist Geschichte: die Stadtverwaltung lässt hier einen neuen Schutzdeich für Halle-Neustadt errichten. Dieser soll den Gimritzer Damm ersetzen.

Das neue Bauwerk wird größtenteils im Bereich der bisherigen Halle-Saale-Schleife entstehen und soll 1.500m lang sowie bis zu 30 Meter breit sein. Auch ein Teil des jetzigen HFC-Nachwuchszentrums am Sandanger wird für den Damm benötigt, HFC-Präsident Michael Schädlich hatte aber bereits vorige Woche angekündigt, sich von diesem Standort zu trennen. Auch die Eissporthalle und die Nebenanlagen müssen für den neuen Damm weichen. Anschließend besteht aber Platz für den Bau einer neuen Eishalle, diesmal geschützt hinter dem Deich. Im Bereich der Zufahrt zu Gut Gimritz und zur neuen Saalebrücke soll es zwei mobile Deichtore geben. Die Deichkrone soll 3 Meter hoch sein und der Neigungswinkel 1:3 betragen. Daneben ist kurz vor der Heideallee eine 55 Meter lange Schutzmauer vorgesehen. Dort könne wegen Platzmangels kein Damm gebaut werden.

4,9 Millionen Euro will die Stadt investieren. “Ich hab am Freitag um 18 Uhr den Auftrag gegeben, den neuen Damm zu bauen”, so Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Es sei nur ein Unternehmen in der Lage gewesen, den Damm noch in diesem Jahr zu realisieren. Damit ging der Zuschlag an Papenburg.

Wiegand hofft auf eine Finanzierung aus dem Fluthilfe-Fond. Eine solche Maßnahme in der Finanzierungshöhe muss normalerweise vom Stadtrat bestätigt werden. Wegen der Gefahr für Leib und Leben gebe es aber eine Eilentscheidungsmöglichkeit, “wenn keine Möglichkeit mehr besteht die Bürger anders zu schützen, da jeder Tag zählt”, so Wiegand. Anlass dieser schnellen Entscheidung seien Aussagen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) gewesen, wonach der Gimritzer Damm keinerlei Schutz mehr biete. „Zwei Jahre wurde rumgewerkelt und es ist zu keinem Ergebnis gekommen“, so Wiegand. „Jetzt muss ich Verantwortung tragen.“

Ziel ist es, den Damm bis Herbst fertig zu stellen. Wiegand sprach von einer Bauzeit von 50 bis 60 Tagen. Etwa 100 Bäume werden gefällt. “Es wird aber Ersatzpflanzungen geben”, verspricht Wiegand. Trotz der neuen Lage des Damms seien für die Innenstadt und Gut Gimritz keine höheren Wasserstände zu erwarten. Der neue Deich soll den gleichen Schutz bieten wie der Passendorfer Damm und Halle-Neustadt bis zu einem Hochwasser von 8.60m schützen. Vor anderthalb Monaten stand das Wasser bei 8.10m.

Hans-Werner Uhlmann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) erklärte, die Entscheidung zum Neubau sei richtig und weitsichtig. Das letzte Hochwasser sei in seiner 30-jährigen Dienstzeit das größte überhaupt gewesen, in der Fachsprache handelt es sich um ein 150-jähriges Hochwasser. “Es kann aber übernächste Woche wieder passieren”, machte er klar. Wäre die Nahlepolder bei Leipzig und das alte Tagebauloch Zwenkau nicht geflutet worden, „wäre ein totales Versagen des Gimritzer Damms mit noch größerer Wahrscheinlichkeit eingetreten“, so Uhlmann, der den Einsatzkräften für ihre Arbeit dankte und große Hochachtung aussprach. Wegen des Baumbestands könne der Gimritzer Damm keinen Schutz mehr bieten, daneben gebe es wegen seiner Lage keine Möglichkeit mehr, ihn zu erhöhen. Die jetzigen Vorschläge zur Nutzung der Halle-Saale-Schleife seien viele Jahre in der Diskussion gewesen. Eine “nachweisliche Erhöhung der Hochwasserscheitel“ durch die Verlegung sei nicht zu erwarten. Der neue Deich sei eine „dauerhafte sichere Anlage im Bereich des passiven Hochwasserschutzes“, so Uhlmann.

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