Himmelsscheibe ist Weltdokumentenerbe

19. Juni 2013 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die Himmelsscheibe von Nebra gehört mit zum Welt-Dokumentenerbe. Die UNESCO hat die goldverzierte Bronzescheibe, die 1999 bei einer Raubgrabung entdeckt wurde, bei ihrer Tagung südkoreanischen Gwangju ins Weltregister des Dokumentenerbes „Memory of the world“ aufgenommen. Das teilte die Deutsche UNESCO-Kommission mit.

„Die Himmelsscheibe ist ein Beleg dafür, dass die Menschen in der Bronzezeit über exaktes Wissen kosmischer Zusammenhänge verfügten. Vor ihrer Entdeckung ließen bisher nur monumentale Errichtungen wie Stonehenge verschlüsselte Rückschlüsse auf frühes Wissen zu“, sagt Professor Joachim-Felix Leonhard, Vorsitzender des Deutschen Nominierungskomitees „Memory of the World“. Die Himmelsscheibe wurde vor etwa 3.600 Jahren auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt vergraben. Die 32 Zentimeter große Scheibe wurde 1999 bei einer Raubgrabung entdeckt. Sie ist im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) zu sehen.

Ebenfalls aufgenommen wurden das Lorscher Arzneibuch sowie die Goldene Bulle und Schriften von Karl Marx

Seit 1992 sichert die UNESCO mit einem globalen digitalen Netzwerk den Erhalt historisch bedeutsamer Dokumente vor dem Vergessen. Es umfasst nun 299 Dokumente aus allen Weltregionen. Deutschland ist im Register jetzt mit 17 Einträgen vertreten, darunter mit der Gutenberg-Bibel, Beethovens Neunter Symphonie und dem Nibelungenlied. Die Herkunftsländer verpflichten sich, für die Erhaltung und Verfügbarkeit des jeweiligen Dokumentenerbes zu sorgen. Alle zwei Jahre kann jeder UNESCO-Mitgliedstaat zwei Vorschläge zur Aufnahme in das „Gedächtnis der Menschheit“ einreichen.

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