Heideschlösschen: Ausschuss stimmt kleinerem Bauprojekt zu

9. Juni 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Das Neubaugebiet am ehemaligen Heideschlösschen in Halle-Dölau wird kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Der Planungsausschuss stimmte am Dienstagabend mehrheitlich der Neuplanung zu. Nein-Stimmen kamen von den MitBürgern, Enthaltungen von den Grünen.
heideschlösschen
Das Vorhaben war überarbeitet worden, nachdem es etliche Anwohnerproteste gab. „Wir haben abgeschmolzen“, hob Baudezernent Uwe Stäglin hervor. Geplant sind nun 6 Mehrfamilienhäusern mit 39 Mietwohnungen und einer Arztpraxis, die neuen Gebäude sollen über maximal zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss verfügen, einige Wohnungen erhalten Terrassen. Für die Anwohnerautos ist eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen geplant. Maximal die Hälfte des Areals darf versiegelt werden. Dächer und Tiefgarage werden begrünt. Laut Stadtplaner Lars Loebner hat sich unter anderem die Zufahrt der Tiefgarage verändert, um Bäume zu erhalten. In der Ursprungsplanung waren sechs Neubauten mit 55 Wohnungen und bis zu vier Etagen vorgesehen. 430 Einsprüche von Nachbarn waren jedoch wegen des Bauumfangs eingegangen. Das von Anwohnern kritisierte Regenrückhaltebecken mit Ableitung zum Hechtgraben wird nicht gebaut, stattdessen wird es mehrere Staukanäle geben.

Die Tiefgarage sei ein großer Klotz, meinte Ausschussmitglied Bernd Voigtländer, der Probleme mit dem Grundwasser befürchtet. Proteste werde es wohl von Anwohnern geben, weil die Tiefgaragenzufahrt gegenüber eines Bestandsgebäudes liegt. „Ich könnte mir vorstellen, dass es vom Waldrand aus eine bessere Lösung gibt.“ Laut Stadtverwaltung habe es im Vorfeld eine Schallschutzuntersuchung gegeben, weshalb hier eine neue Schallschutzmauer errichtet werde. Grundwasserprobleme gebe es nicht, sondern Probleme mit Schichtenwasser. Deshalb falle die Tiefgarage auch geringer aus. Um dieses in den Griff zu bekommen, werde eine entsprechende Drainage um die Tiefgarage gebaut. Christian Feigl (Grüne) regt eine nochmalige Befassung im Gestaltungsbeirat an. Christoph Bernstiel (CDU) lobte die aktive Bürgerschaft und das nun ein guter Kompromiss gefunden wurde. „Es sieht aus wie ein sehr gelungener Kompromiss.“ Yvonne Winkler (MitBürger) ist das Vorhaben „immer noch zu massiv.“

Auch die Bürgerinitiative kam zu Wort. Man befürchte weitreichende Konsequenzen für Dölau, dass dies der Startschuss für weitere Bauvorhaben am Waldrand sei. Der Anwohner spricht von einer „erheblichen Verdichtung“ durch 39 zusätzliche Mietparteien. „Man kommt aus der Heide raus und steht vor dem ersten Block. Das ist keine ortstypische Bebauung, die wir in Dölau vorfinden.“ Er befürchtet zudem eine Zunahme des Verkehrs. Ebenfalls problematisch sei die Wassersituation, die Otto-Kanning-Straße sei wie ein Trichter, das Wasser komme aus drei Richtungen. „Wir befürchten, dass die Entwässerung über den Hechtgraben oder die Kanalisation überhaupt nicht funktioniert.“ Man fordere ein hydrogeologisches Gutachten ein.

Das Heideschlösschen wurde 1870 erbaut. Viele Jahre diente es als Gaststätte, Kino und Tanzsaal. Nach dem zweiten Weltkrieg befand sich hier die russische Kommandantur. Zu DDR-Zeiten waren eine Apotheke und eine Bibliothek untergebracht. Zwischenzeitlich hatte hier auch das Umweltamt seinen Sitz, bevor der Komplex leergezogen und dem Verfall preisgegeben wurde. 2011 hatte die GWG das Areal erworben und kurze Zeit später das Gebäude abgerissen.

Print Friendly, PDF & Email