Handwerkskammer Halle meldet gute Konjunkturlage

27. April 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Halle, Dr. Jürgen Rogahn, zieht eine positive Bilanz der wirtschaftlichen Lage im Handwerk im 1. Quartal 2015. Begünstigt durch die Witterung gibt es saisonal kaum negative Einflüsse auf die Handwerkskonjunktur. Bei unveränderten Rahmenbedingungen präsentiert sich die Handwerkskonjunktur insgesamt unverändert stark. Der Geschäftsklimaindex steigt gegenüber dem Vorquartal um fünf Punkte auf +58. Auch wenn dies durch das milde Wetter begünstigt wurde, ist eine Steigerung in einem 1. Quartal bemerkenswert – so etwas gab es zuletzt 2003 und 2011. Die absolute Höhe dieses Stimmungsbarometers reicht an die Spitzenwerte von 2011 heran.

Alle Wirtschaftsgruppen verzeichnen eine überwiegend gute Stimmung. Die Betriebsauslastung (über alle Gewerkegruppen) liegt mit 79 Prozent zwei Prozentpunkte unter dem Vorquartalsniveau. Die Auftragsreichweiten steigen auf 7,7 Wochen (Vorquartal 6,7). Es zeigt sich ein großer Optimismus in Bezug auf die Entwicklung der nächsten Monate. Auffallend ist eine Tendenz zur Angleichung des Geschäftsklimas zwischen den Wirtschaftsgruppen. Das Bau- und Ausbauhandwerk bleibt aber dennoch Konjunkturlokomotive.

Zum Ende des Quartals werden 14.701 Mitgliedsbetriebe gezählt. Das sind 80 weniger als zu Jahresbeginn und 220 weniger als vor einem Jahr. Dieser Rückgang verläuft parallel zum Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt. Die Zahl der Beschäftigten beträgt nunmehr 72.000, was ungefähr dem Vorjahreswert entspricht. Mit Ausnahme der Handwerke für gewerblichen Bedarf erwarten alle anderen Wirtschaftsgruppen steigende Beschäftigtenzahlen.

Ein weiteres Schwerpunktthema des Pressekonjunkturgesprächs ist die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen und zur generellen Ausbildungssituation. Dazu berichtet der Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer Halle, Martin Albrecht, Orthopädieschuhmachermeister aus Halle.
Im Kammerbezirk Halle bilden über 1.200 Betriebe Lehrlinge aus. Eine sehr differenzierte Einschätzung treffen die Betriebe des Handwerks bei der Einschätzung der Berufsschulsituation. Zwar ist die Mehrzahl der Betriebe zufrieden, der hohe Anteil an zumindest teilweise unzufriedenen Betrieben zeigt aber erhebliches Verbesserungspotenzial auf.
Von den Betrieben werden einerseits unternehmensnahe und breiter aufgestellte Schulen, andererseits aber auch Schulen mit einem hohen Ausbildungsstandard, unabhängig von deren räumlichen Lage, gefordert.
Die Kontakte zwischen Betrieb und Berufsschule werden als verbesserungsfähig eingeschätzt. Prinzipiell wird die Berufsschulausbildung als theoretischer Ergänzung der Ausbildung im Betrieb aber zufriedenstellend bewertet. Kritischer sehen das die Ausbauhandwerke, wo 25% die Berufsschulausbildung für keine gute Ergänzung der praktischen Ausbildung halten. Bei der Verbesserung der gegenwärtigen Situation gibt es keine eindeutige vom Handwerk favorisierte Lösung. Es zeigen sich vielmehr deutliche Unterschiede nach Wirtschaftsgruppen.

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