Handwerk, Technik, Industrie: Tag des offenen Denkmals in Halle

11. September 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am kommenden Sonntag, den 13.September 2015 ist es wieder so weit. Bundesweit öffnen Denkmäler ihre Türen für interessierte Besucher. „Handwerk, Technik, Industrie“ lautet das Motto.
Landesverwaltungsamt
Das Landesverwaltungsamt ist in diesem Jahr bereits zum 8. Mal dabei und lädt in sein unter Denkmalschutz stehendes Dienstgebäudes in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes in der Ernst-Kamieth-Straße 2 in Halle (Saale) ein. Um 10 Uhr führen Mitarbeiter des Referates Denkmalschutz, UNESCO-Weltkulturerbe durch das Gebäude und haben neben den fachlichen Details auch viel Interessantes und Kurioses zu berichten. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, auf eigene Faust zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr das Haus zu erkunden. Der wunderschöne große Saal hat in diesem Jahr wieder ganz junge Gäste. Die kleinen Tänzerinnen und Tänzer aus dem Kindergarten „Dorothea Erxleben“ des BUK e.V. (Verein für Bewegung und Kreativität) Halle zeigen um 12 Uhr ihr Können. Im Foyer in der 2. Etage lädt der Modelleisenbahnverein „EMC 78 e.V.“ passend zum diesjährigen Thema des Denkmaltages: „Handwerk, Technik, Industrie“ zu einer spannenden Reise durch die Eisenbahngeschichte ein. Ein ganz besonderes Angebot gibt es in diesem Jahr für alle Geocaching-Freunde und die, die es eventuell noch werden wollen. Das Landesverwaltungsamt lädt zu einer gemeinsamen Geocaching-Tour ein. Start ist am 13.09.2015 um 11 Uhr und 13:30 Uhr auf dem Marktplatz vor der Tourist-Information (Marktschlösschen) in Halle (Saale). Gemeinsam geht es dann mit dem Smartphone auf die Suche nach den kleinen Caches, die interessante Informationen zu den einzelnen Denkmälern enthalten.

Im Händel-Haus stehen die Geschichte, die Produktion und die Spielweise des Harmoniums im Mittelpunkt. Dazu kann man erstmalig eine Auswahl einer Schenkung von Harmoniums, Spezialwerkzeugen und Arbeitsvorrichtungen entdecken und Einblicke in dieses Musikinstrument gewinnen. Es wird auch ein Arbeitsplatz für einen Zungenintonateur zu sehen sein. Die Exponate stammen aus der Auflösung der Firma „Olof Lindholm“, die 1894 in Borna gegründet und dann zu einem der bedeutendsten Hersteller der Harmonium-Produktion wurde. Sonderführungen zum Thema „Das Harmonium: Zwischen Kunstanspruch und Orgelersatz“ werden um 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr angeboten. Im Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus (Große Klausstraße 12) gibt es um 11:30 Uhr eine Sonderführung mit Dr. Konstanze Musketa zum Thema: „Goldener Boden oder brotlose Kunst? Das Musikhandwerk in der Geschichte der Musikstadt Halle“. Beide Museen der Stiftung Händel-Haus sind von 10 und 18 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Zum Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, dem 13. September 2015, lädt das Stadtmuseum von 10 Uhr bis 18 Uhr mit verschiedenen Angeboten in die Große Märkerstraße 10. Mit einem Blick „nach oben“ besteht die Möglichkeit zur Besichtigung der Saal-Baustelle im 2. Obergeschoss des Christian-Wolff-Hauses. Das nach seinem prominentesten Bewohner benannte Gebäude zählte im 18. Jahrhundert zu den angesagten Adressen des halleschen Geisteslebens. Der Saal im 2. Obergeschoss diente als Privat-Auditorium des bedeutenden Universalgelehrten und Philosophen.
Gegenwärtig wird der einzigartige Raum mit Mitteln der Stadt Halle und Förderung des Landes Sachsen-Anhalt aufwändig saniert und zu einem modernen Kommunikationsort im Wolff´schen Sinne hergerichtet. Wie zu Wolffs Zeiten soll der Saal wieder zu einem weithin beachteten, lebendigen Ort geistigen Diskurses werden. Neben dem einstigen Vorlesungssaal „unterm Dach“ des Hauses informiert eine kleine Bildpräsentation anschaulich über Vergangenes und Zukünftiges im Werdegang des Raumensembles. Zur Saal-Ausstattung werden noch Stuhlpaten gesucht. Informationen gibt es vor Ort. Entdeckungsreisen führen an diesem Tag durch die Geschichte des gesamten Hauses – von Professorenresidenz, Verlagskontor, Druckerei bis hin zum Museum – und vom Keller bis zum Dachgeschoss. Mit im Fokus stehen spezielle Korrespondenzobjekte in inhaltlichem Bezug zu den Franckeschen Stiftungen – ein Beitrag zur Bewerbung um Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe. Jeweils 10 und 14 Uhr führt unter dem Titel: „Von Geselligkeit, Philosophie, Buchdruck und Museum“ eine bau- und nutzungsgeschichtliche Entdeckungsreise durch das einstige Professorenhaus. Für Interessenten hallescher Geistesgeschichte ist 12 und 16 Uhr eine Themenführung durch die ständige Ausstellung: Geselligkeit und die „Freyheit zur Philosophieren“ im Angebot. Einen Schwerpunk bildet die Frage: Was charakterisiert Geselligkeit und wie ist moralisches Verhalten möglich?“ Im 18. Jh. eskalierte das Problem bekanntlich zum „Hällischen Streit“. Nicht zuletzt die produktive Atmosphäre geistiger Auseinandersetzungen und des gesellschaftlichen Austauschs ließen die Universitäts- und Schulstadt in jener Zeit zu einem Zentrum der Frühaufklärung aufsteigen. Unabhängig von den thematischen Führungen kann das Haus individuell besichtigt werden und sind nach Absprache auch spontane Kurzführungen möglich. Speziell an diesem Tag erfolgt der Zugang durch die mit reichem Schnitzwerk versehene Tür von der Großen Märkerstraße aus. Im Haus erwarten sie auch Getränke und kleine kulinarische Angebote. Der Eintritt ist frei.

Die Villa Rabe am Riveufer 5 wird zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13.09.2015, von 13:00 bis 17:00 Uhr für interessierte Gäste geöffnet sein. Das einmalige aus Gusseisen und Marmor gefertigte Treppenhaus und einige Räume der Villa können besichtigt werden. Das Gebäude wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von der Fabrikantenfamilie Rabe erbaut und besticht durch seine neogotische Fassadenstruktur. Auf dem Areal zwischen der Villa und der Fährstraße stand bis Anfang der 1930er Jahre die Rabesche Baumwollspinnerei. Für viele Hallenser ist das Gebäude, das heute als Lehrgebäude der Christlichen Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe genutzt, auch deshalb von Interesse, weil sie selbst oder ihre Kinder hier behandelt wurden. Schließlich war die Villa von 1948 bis 1993 das sog. Haus II der Martha-Maria-Kinderklinik. Anschließend beherbergte sie die durch Chefarzt Dr. Frank Hoffmann neu gegründete Martha-Maria-Klinik für Neurologie, die 2002 nach Halle-Dölau verlegt wurde. In den Jahren 2005 bis 2007 wurde die Villa liebevoll und aufwändig durch den Eigentümer, das Diakoniewerk Martha-Maria, saniert und seit 2007 an die Christliche Akademie verpachtet. Frieder Badstübner, Geschäftsführer der Christlichen Akademie: „Ich freue mich am Sonntag auf viele interessierte Gäste. Ein schöner Höhepunkt wird das Konzert mit Almuth Schulz am Klavier und Ecki Gleim an der Gitarre sein. Und das nicht nur weil die beiden eine tolle Musik darbieten, sondern weil in unserem historischen Atrium auch eine bemerkenswerte Akkustik ist.“ Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Höhnstedter Wein steht bereit. Am Ausgang bitten wir um eine Spende.

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt bereichert das Wochenende um den Tag des offenen Denkmals am 13. September auch in diesem Jahr wieder mit einem bunten Aktionsprogramm im halleschen Schleiermacherhaus in der Nähe des Marktplatzes. Im Hof sowie im Haus selbst sind Groß und Klein traditionell schon am Vortag (12.09.) und am Tag des offenen Denkmals selbst (13.09.) eingeladen, die vielfältigen Informations- und Mitmachaktionen zu entdecken. Dem Motto des diesjährigen Denkmaltages „Handwerk, Technik, Industrie“ entsprechend, können sich die Besucher beim Glockengießen, an der Drechselbank oder beim Linolschnitt beteiligen und ihr persönliches, ganz einzigartiges Kunstwerk mit nach Hause nehmen. Das Schleiermacherhaus in der Großen Märkerstraße 21/22 ist ein um Mitte des 16. Jahrhunderts errichteter, bedeutender Renaissancebau in der Altstadt Halles. Im Inneren haben sich Stuck und eine bemalte Holzdecke aus der Erbauungszeit erhalten. Heute ist es Sitz der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, dessen Mitarbeiter das Aktionswochenende organisieren und betreuen.

Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, dem 13. September 2015, öffnen die Stadtwerke Halle Denkmäler und Stätten, die sonst nicht, oder nur teilweise, für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Zu besichtigen sind von 10 bis 18 Uhr rund um den Lutherplatz das Historische Technikzentrum und der Wasserturm Süd. Der Abwasserkanal in der Huttenstraße empfängt alle Interessierten von 10 bis 17 Uhr. Im Stadtzentrum sind das Stadtbad und der Wasserturm Nord zu besichtigen. Im Stadtbad wird neben Führungen auch eine Fotoaktion angeboten. Für Fans restaurierter Straßenbahnen und Busse öffnet das Historische Straßenbahndepot in der Seebener Straße. Wer sich nicht für ein Denkmal der Stadtwerke Halle entscheiden kann, pendelt einfach für einen symbolischen Euro mit dem historischen Shuttlebus zwischen dem Abwasserkanal in der Huttenstraße, dem Wasserturm Nord, dem Stadtbad sowie dem Historischen Technikzentrum/Wasserturm Süd.
Die Technikausstellung im Historischen Technikzentrum, dem ehemaligen Schalthaus Turmstraße, dokumentiert die Geschichte der Stadtwerke Halle und zeigt, wie und mit welchen technischen Hilfsmitteln die Versorgung der Bürger von Halle in den vergangenen Jahrzehnten erfolgte. Jeweils 12, 14 und 16 Uhr werden Führungen durch die Räumlichkeiten für Interessierte angeboten. Die Stadtwerke-Unternehmen beleben die Ausstellung mit historischen Exponaten. So stehen bei der EVH GmbH neben elektrischer Mess- und Prüftechnik auch Wechselstrom- sowie Münzgaszähler im Mittelpunkt. Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH erklärt wiederum, was ein Iltis mit der Kanalreinigung zu tun hat. Auch die Geschichte der Bäder in Halle wird erzählt, verbunden mit einer Gegenüberstellung der Schwimmhallen und Freibäder früher und heute.
Als weiteren Höhepunkt können alle Interessierten zum Tag des offenen Denkmals den Wasserturm Süd, welcher vom Verein Wassertürme der Stadt Halle geöffnet wird, erklimmen. Nach 199 Stufen über eine Wendeltreppe erwartet Sportliche eine beeindruckende Aussicht über die Stadt. Zudem können Interessierte in den Abwasserkanal Huttenstraße hinab steigen und Halles Unterwelt erkunden.
Eingerahmt wird der Tag des offenen Denkmals auf dem Lutherplatz vom Mieterfest „Auf gute Nachbarschaft“ mit einem bunten Bühnenprogramm für die ganze Familie. Der Bauverein Halle-Leuna eG pflegt auf diese Weise das Miteinander im Viertel rund um den Lutherplatz. Die Stadtwerke Halle unterstützen das Fest. Sie sorgen mit der Spieleinsel wikiwiki mamokupuni, der Trinkwasserbar und einem Informationsstand des Maya mare für Unterhaltung.
Im historischen Stadtbad können sich alle Gäste die im Oktober vergangenen Jahres wiedereröffnete Frauenhalle anschauen. Weiterhin gibt es zusätzlich in der Zeit von 12 bis 18 Uhr die Möglichkeit, sich mit Komparsen in historischen Badeanzügen fotografieren zu lassen. Das Erinnerungsfoto kann anschließend gerne mitgenommen werden. Wer an diesem Tag etwas für den Erhalt des Stadtbades spendet möchte, findet vor Ort eine Spendenbox.

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