Halloren Salzwirker-Brüderschaft für UNESCO-Liste nominiert

28. Februar 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die Halloren Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle ist für die UNESCO-Liste Immaterielles Kulturerbe vorgeschlagen.

Halloren5Die vom Kultusministerium eingesetzte Jury für die Auswahl des Immateriellen Kulturerbes im Land Sachsen-Anhalt hat gestern ihre zwei Empfehlungen ausgesprochen, insgesamt waren 8 Vorschläge gemacht worden. Neben den Halloren soll in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes auch die „Finkenliebhaberei im Harz“ aufgenommen werden.

Gleichzeitig würdigt die Jury das große Engagement aller Antragsteller im Ehren- oder Hauptamt für den kulturellen Reichtum des Landes. Zur Jury gehören Susanne Kopp Sievers, Geschäftsführerin des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt; Dr. Annette Schneider-Reinhardt, Geschäftsführerin des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt, und Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus.

Kultusminister Dorgerloh und die Mitglieder der Jury sind überzeugt davon, dass beide Anträge im bundesweiten Vergleich Chancen haben, in die Bundesliste aufgenommen zu werden. „Alle eingereichten Anträge sind ein Beleg für die großartige Vielfalt des kulturellen Erbes in Sachsen-Anhalt“, so der Kultusminister. Bis zum 30. November 2013 konnten in ganz Deutschland Gruppen und Gemeinschaften in ihrem Bundesland einen Antrag stellen, um kulturelle Traditionen, Bräuche und Feste ins Verzeichnis aufzunehmen.

„Das Brüderschaftsleben ist bis heute eine gelebte Tradition und fest in Halle und in Sachsen-Anhalt verankert. Ausgehend vom Salzsieden, welches bis heute den Mittelpunkt des Brüderschaftslebens symbolisiert, bis zu den unzähligen Bräuchen, betreiben die Halloren eine aktive Traditionspflege“, so Brüderschaft Sten Michelson. „Auch eint sie das Bewusstsein für das historische Erbe und der Wunsch, dem Gemeinwesen der Stadt Halle auch zukünftig eine einzigartige Tradition zu erhalten. Umso mehr freut sich die Brüderschaft über die ausgesprochene Empfehlung zur Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes, weil sie darin auch eine Bestätigung für das Jahrhunderte währende Engagement sieht, im städtischen Interesse zu wirken.“

Das Bestehen der Brüderschaft, deren Mitglieder „Halloren“ genannt werden, ist seit 1491 beurkundet. Damit gilt sie heute als die wahrscheinlich älteste Brüderschaft im deutschsprachigen Raum, welche gegenwärtig noch besteht. Derzeit halten ca. 50 Mitglieder der Brüderschaft sowie deren Familien die Traditionen und die Geschichte der Salzwirker lebendig. So gehören die Halloren mit ihrem typischen Festkleid zum halleschen Stadtbild und sind im Alltagsleben der Stadt Halle präsent: Bei öffentlichen Schausiedeveranstaltungen im Technischen Halloren- und Salinemuseum sowie auf großen Festen der Brüderschaft und der Stadt Halle werden alte Bräuche wie das Fahnenschwenken oder das Fischerstechen gepflegt. Außerdem übernehmen die Halloren immer wieder repräsentative Aufgaben, beispielsweise zu den Neujahrsempfängen der Bundespräsidenten, zu vielfältigen Anlässen bei den jeweiligen Oberbürgermeistern der Stadt Halle oder für die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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