Halles große Pläne für die Altstadt

11. Dezember 2012 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die Stadt Halle (Saale) hat ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für die Altstadt aufgestellt und kommt damit Forderungen der Fördermittelgeber nach, die ab 2013 ein solches Konzept zur Bedingung für die Bewilligung von Fördermitteln machen. Das Konzept umfasst das 80 Hektar große Gebiet innerhalb des Altstadtrings. Die Beigeordnetenkonferenz hat das 52 Seiten starke Papier am Dienstag einstimmig angenommen. Jetzt müssen noch Planungsausschuss und Stadtrat darüber befinden.

Etwa 1000 Gebäude, darunter 560 Baudenkmale, gehören zum Sanierungsgebiet. Zehn Prozent der Häuser sind noch immer unsaniert. Gegenüber 1993 ist das eine deutliche Verbesserung. Damals befanden sich 65 Prozent aller Gebäude in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. Viele Straßen wurden inzwischen ebenfalls auf Vordermann gebracht. In Planung sind unter anderem die Sanierung der Großen Ulrichstraße, des Robert-Franz-Rings, der Rathausstraße, Schulstraße, Große und Kleine Brauhausstraße, Jerusalemer Platz.

Als ein Entwicklungsziel gibt die Stadt die Stärkung von Kultur, Bildung und Wissenschaft aus. Auch soll die Altstadt als zentrales Versorgungszentrum gestärkt werden. Als Potential sieht die Verwaltung die soziale Mischung unter den 5.2000 Einwohnern im Gebiet. Um die Bevölkerungszahlen zu halten, sollen die vorhandenen Plattenbauten saniert werden, in denen ein Großteil der Altstadtbevölkerung wohnt. Überhaupt soll wert gelegt werden auf die energetische Sanierung, um den CO2-Ausstoß zu minimieren. Gestärkt werden soll die Freiraum- und Grünfunktion des Altstadtrings, so soll der Bereich am Mühlgraben als Aufenthaltsbereich ausgebaut werden. Die Altstadt selbst soll weiterhin autoarm bleiben, allerdings wird im Konzept die Schaffung weiterer Parkmöglichkeiten am Altstadtring angeregt. Geschaffen werden sollen durchgängig befahrbare Radrouten durch die Altstadt. Ein stärkerer Fokus soll auf den Tourismus mit den Wirkungsstätten von Georg Friedrich Händel, Kardinal Albrecht und Martin Luther gelegt werden, ebenso ist eine stärkere Herausstellung der Stadt am Fluss vorgesehen. Dazu sollen auch die touristischen Wegesysteme aufgewertet werden. Als weitere Ziele werden Sicherung und Fortentwicklung – Altstadt als Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne und die Weiterentwicklung des bürgerschaftlichen Engagements angesehen.

Alle Bauvorhaben, die mit den genannten Entwicklungszielen im Einklang stehen, erhalten künftig vorrangig Fördermittel. Eine solche Prioritätensetzung sei angesichts zurückgehender finanzieller Möglichkeiten unumgänglich, heißt es in dem Konzept. Als anstehende Sanierungsbeispiele nennt die Stadt das Stadthaus, das Jena-Stift in der Rathausstraße, das Opernhaus, die Umgestaltung der Großen Ulrichstraße, die Aufwertung des Platzes am Schülershof, die Sanierung mehrerer leerstehende Baudenkmäler in der Brüderstraße (5,7,9,10,12), der Großen Märkerstraße 5, des Ensembles Kleine Märkerstraße/Christian-Wolff-Straße und der Neumühle sowie die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Friedemann-Bach-Platzes inklusive Tiefgarage.

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