Hallenser verursachen landesweit die höchsten Krankenhauskosten

3. September 2014 | Vermischtes | 2 Kommentare

Deutschlandweit ist die Zahl der Klinikeinweisungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen und erreichte 2013 mit durchschnittlich 212 Krankenhausfällen je 1000 Versicherten einen neuen Höchststand. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Barmer GEK Krankenhausreports, der seit zehn Jahren die prägenden Trends der akut-stationären Versorgung in Deutschland analysiert. In Sachsen-Anhalt wurden 2013 durchschnittlich 227 Krankenhausfälle je 1000 Versicherten registriert. „Leider liegen wir damit um 7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und nur an drittletzter Stelle der Länderstatistik“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in Sachsen-Anhalt.
Patientin beim MRT
Schlechter als Sachsen-Anhalt schneiden nur Thüringen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 229 Krankenhausfällen je 1000 Versicherten ab. Bundesweite Spitzenreiter sind Baden-Württemberg (179) und Bremen (196). Neben der Zahl der Klinikeinweisungen bewegen sich auch die Krankenhauskosten pro Versicherten zwischen Arendsee und Zeitz mit 815 Euro auf einem hohen Niveau. „In Baden-Württemberg muss die Barmer GEK dafür durchschnittlich gut 100 Euro weniger tragen“, so Wiedemann. „Insgesamt summierten sich die Krankenhauskosten für unsere 296.000 Versicherten in Sachsen-Anhalt im Vorjahr auf 288 Millionen Euro.“

Dabei hat sich laut Barmer GEK Krankenhausreport 2014 die Verweildauer von Patienten in der Klinik zwischen 2006 und 2013 um 11,6 Prozent auf 7,6 Tagen reduziert. Laut Statistischem Bundesamt konnten Patienten in Sachsen-Anhalt das Krankenhaus sogar schon nach 7,3 verlassen.

Starke regionale Unterschiede
Auch innerhalb des Bundeslandes gibt es erhebliche Unterschiede: So bewegt sich die Zahl der Klinikeinweisungen zwischen 211 bzw. 216 in den Städten Magdeburg und Halle sowie 242 bzw. 252 im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und im Salzlandkreis. „Diese Erkenntnis widerspricht der häufig geäußerten Annahme, dass vor allem die Einwohner der Großstädte gleich mit jedem Zipperlein in die Klinik gehen und so die Anzahl der Krankenhausfälle unnötig erhöhen würden“, erklärt Wiedemann.

Schaut man auf die Ausgaben der Krankenkasse für die Klinikbehandlung, dann gab es laut Report 2014 in den Landkreisen Börde (753 Euro) und Wittenberge (773 Euro) die geringsten Krankenhausausgaben pro Versichertem. Hier lagen Dessau-Roßlau und Magdeburg mit 813 bzw. 823 Euro knapp überm Landesdurchschnitt, während Halle mit 871 Euro den höchsten Wert im Land erreichte. „Bei der künftigen Krankenhausplanung muss eine bessere Abstimmung der Kliniken untereinander und damit auch eine höhere Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Mittlerweile besteht weithin Einigkeit, dass nicht jedes Krankenhaus die gesamte Angebotspalette vorhalten muss“, ergänzt der Landeschef der Barmer GEK.

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