Halle feiert seinen CSD

4. August 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Zwar ohne schrille Parade, aber dafür mit einem bunten Straßenfest feiern die Schwulen und Lesben in Halle (Saale) ihren Christopher Street Day. Am 7. September von 11 bis 18 Uhr laden das Begegnungs- und Beratungs-Zentrum “lebensart” e.V. und AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd e. V. unter dem Motto „Mehrheit für Vielfalt: Du hast die Wahl!“ zu einem bunten Programm auf den Marktplatz ein.

Auch für den diesjährigen CSD hat Oberbürgermeister Bernd Wiegand die Schirmherrschaft übernommen und wird wieder ein Grußwort halten. Amtsvorgängerin Dagmar Szabados war dazu in der Vergangenheit nicht bereit. Zu Beginn des CSD werden als Zeichen der Solidarität und als Bekenntnis zur Vielfalt in der Saalestadt Regenbogenfahnen vor dem Stadthaus und dem Ratshof gehisst.

Den ganzen Tag über gibt es ein untes Bühnenprogramm, welches mit Ständen von Vereinen, Institutionen, Parteien und Gastronomie umrahmt wird. Geplant sind Auftritte einer Bigband, des Kölner Musikers/Kabarettisten Holger Edmaier, der Band ZeitNah und der Berliner Band Die Kusinen.

Zwei Wochen nach dem CSD findet am 22. September die Bundestagswahl statt. Deshalb wird auch die Politik eine Rolle spielen. So soll der aktuelle Stand der rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung bilanziert werden. Bei einer Politik-Runde werden Bundestags-Kandidaten zu ihren Positionen befragt. Bislang zugesagt haben: Dr. Petra Sitte (DIE LINKE), Dr. Karamba Diaby (SPD), Dr. Sebastian Kranich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sowie Stephan Schurig (Piratenpartei).

Ab 22 Uhr findet dann in der Theatrale die große Abschlussparty statt. Mit dabei sind Vertreter der Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU sowie die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz. Mit Musik einheizen wird DJ Pimperzombie aus Berlin – ob Pop, Dance, Retro, Electro, die Berliner Schnauze meets Party in the USA! Karten gibt es im Vorverkauf für 6 Euro über die Vereine AIDS-Hilfe Halle und BBZ „lebensart“ sowie auf dem CSD-Straßenfest an den Ständen der beiden Vereine.

Doch beim CSD soll nicht nur gefeiert werden, es geht auch um politische Punkte. So wird eine Ergänzung der Gleichbehandlungsartikel im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und in der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt um das Verbot der Benachteiligung aufgrund der sexuellen Identität gefordert. Daneben geht es um eine vollständige rechtliche Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartner_innen mit Eheleuten, z.B. beim Einkommenssteuerrecht und beim Recht auf Gründung einer Familie (gemeinsames Adoptionsrecht und gleichberechtigter Zugang zur Insemination) mit dem Ziel einer Öffnung der Ehe für Menschen gleichen Geschlechts. Ausgesprochen wird sich für die Verabschiedung eines gesamtgesellschaftlichen Aktionsplans für Akzeptanz von Lesben und Schwulen, Bi, Trans- und Intersexuellen (LSBTI) und gegen Homo- und Transphobie auf Bundes- und Landesebene, der auch die Bildungspolitik umfasst. Auch die vollständige Rehabilitierung der Menschen, die nach 1945 in beiden deutschen Staaten wegen ihrer Homosexualität verurteilt und ihrer Freiheit beraubt wurden, Einrichtung eines Entschädigungsfonds und Aufhebung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1957, das den § 175 in seiner nationalsozialistischen Fassung für rechtmäßig erklärte, wird gefordert. Mit Blick auf teilweise ausbleibende Zahlungen der Stadt, die Vereine an den Rand des Ruins bringt, wird sich auch für die Bereitstellung auskömmlicher und kontinuierlicher finanzieller Mittel gefordert für Projekte und Organisationen, die der Beratung und Unterstützung von LSBTI dienen oder die in den Bereichen Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung zur Vielfalt der Lebensweisen lesbischer, schwuler, bi-, trans- und intersexueller Menschen tätig sind.

Umrahmt wird der CSD von diversen Veranstaltungen im Vorfeld. Eine Übersicht finden Sie auf Seite 2:

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