Halle erinnert ans Kriegsende

17. April 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die Stadt Halle (Saale) ist von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont geblieben. Doch auch der Saalestadt drohte ein ähnliches Schicksal wie Dresden und vielen anderen Orten.

Am 15. April 1945 bereits hatten amerikanische Truppen die nördliche Stadtgrenze von Halle erreicht. Eine Reihe von Bürgern hatte damals Gespräche mit den gegnerischen Truppen initiiert und so eine Zerstörung der Stadt verhindert, unter ihnen auch der heute nicht unumstrittene Graf Luckner. Die 104. US-Division, die Timberwölfe, besetzte dann am 17. April weitgehend kampflos die Saalestadt. Lediglich der Rote Turm wurde durch Artilleriegranaten in Brand geschossen, um darauf aufmerksam zu machen, was der Stadt bei Widerstand droht. Die Kampfhandlungen sollen offiziell am 19. April 1945 um 10.55 Uhr beendet worden sein. Dass Halle keine großen Schäden erlitt, wird Felix Graf von Luckner zugeschrieben, der zusammen mit dem Oberbürgermeister und einem Wehrmachtsoffizier die Stadt an die amerikanischen Truppen übergab.

Genau an dieses Ereignis wird am Freitag erinnert. Zunächst rieseln um 10.30 Uhr Flugblätter mit der Aufschrift „Übergabe oder Vernichtung“ von den Hausmannstürmen. Denn mit jener Botschaft machten die Alliierten unmissverständlich klar, was auch Halle droht. Umrahmt wird die Aktion von einer schauspielerischen Einlagen: Peer-Uwe Teska als Luckner und Wolf Gerlach als Timberwolf-Kommandeur General Terry de la Mesa Allen, Sr. fahren mit historischen Fahrzeugen vor – einem Kübelwagen mit US-amerikanischen Hoheitszeichen und einem historischen DRK-Sanitätsauto. Im Anschluss schallen die Worte von Radio London „Hier ist England. Hier ist England“ über den Markt, vorgetragen von Pauline Kästner.

Um Punkt 10.55 Uhr – genau zu der Zeit, zu der vor 48 Jahren die Kampfhandlungen beendet worden sind – läuten die Glocken der Marktkirche und rufen zum ökumenischen Gottesdienst, der um 11.05 Uhr beginnt. Geleitet wird dieser von Marktkirchen-Pfarrer Harald Bartl und Probst Reinhard Hentschel aus der Moritzkirche. An der Luckner-Gedenktafel auf dem Markt findet im Anschluss gegen 11.40 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt.

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