Stadtrat: knappe Zustimmung zum Golfplatz am Hufeisensee

25. Juni 2014 | Vermischtes | 4 Kommentare

Der Golfplatz am Hufeisensee kann kommen. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Bebauungsplan zu. Die Zustimmung fiel mit 22 Ja- (CDU, FDP, SPD) gegen 19 Nein-Stimmen (Grüne, Linke) sehr knapp aus. Es gab vier Enthaltungen (MitBürger).

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Zuvor wurde eine halbe Stunde diskutiert. Die Grünen wollen den Bereich der Innenkippe herausnehmen lassen, erklärt Elisabeth Krausbeck. Hier gebe es ohnehin keine Planungen mehr, weil sich der Investor der Wakeboard-Anlage zurückgezogen hatte. Zudem sei der Bereich ein geschützter Biotop, so Krausbeck. Unter anderem brüten hier Rotmilane. Auch der Bereich der alten Hausmülldeponie soll nicht neu beplant werden, fordern die Grünen. „Wir bewegen uns hier auf einer dünnen Tonschicht“, sagt Christian Feigl. Er sieht ein großes Risiko. Wenn es schief gehe, werde sich der Investor zurückziehen und die Stadt habe die finanziellen und ökologischen Folgen zu tragen. Gerry Kley (FDP) verweist darauf, dass Magdeburg einen Vergnügungspark und eine Bundesgartenschau auf einer alten Deponiefläche eingerichtet habe. Bedenken haben auch die Linken, unter anderem wegen der alten Deponiefläche. Bodo Meerheim nennt das bisherige Verfahren unglücklich. Er habe den Eindruck, dass der Investor das Planverfahren bestimme. Meerheim kritisiert, dass sogar ein vorfristiger Maßnahmebeginn beschlossen werden soll. Daneben schimpft er in Richtung FDP, weil von dort immer Zwischenrufe kommen. Swen Knöchel (Linke) ruft auch dazwiscen, die FDP kenne ja den Investor ganz gut und stehe deshalb hinter dem Projekt. Olaf Sieber (parteilos) erinnert daran, dass mal ein großes Projekt angekündigt war und nun nur noch von einem Golfplatz die Rede ist. Zudem wollen die Grünen die Ackerfläche erhalten. Zudem wolle man den Gebietscharakter als naturnahe Erholungsfläche erhalten, sagte Dietmar Weihrich. Aufgrund der vorliegenden Informationen dürfe man das Risiko nicht eingehen. Nicht beachtet worden sei zudem das Biber-Vorkommen, ei streng geschütztes Tier. Der Bebauungsplan sei insgesamt sehr fragwürdig, so Weihrich. Andreas Scholtyssek kann nichts Schlimmes sehen, den Weg auszubauen. Dort gebe es jetzt schon einen Trampelpfad. Ein Biber sei noch nie gesehen worden, so Scholtyssek, lediglich Spuren soll es angeblich geben. Seinen Worten zufolge freuen sich zudem die Anwohner auf den kommenden Rundweg. Das will sich Christian Feigl nicht gefallen lassen. Es gebe einen Unterschied zwischen einem 40 cm breiten Trampelpfad und einem 2.50m breiten Asphaltweg.

Investor Norbert Labuschke will bis 2016, dann wird Golf olympisch, einen 18-Loch-Platz errichten. Dieser soll bis 2021 au 27 Löcher erweitert werden. Auch ein Clubhaus sowie ein Wellness-Hotel mit 100 Betten wird es geben, eine Übungsanlage sowie ein öffentlicher Kurzplatz für Einsteiger sind ebenfalls vorgesehen. Die Eintrittsgebühr in den Golfclub beträgt 750 Euro, die monatliche Mitgliedschaft 20 Euro (für Kinder 3 Euro) sowie die Platznutzung mindestens 5 Euro pro Stunde.

Die Kosten für den Bau des Golfplatzes übernimmt der Investor. Doch auch die Stadtverwaltung muss etwas 4,5 Millionen Euro tragen. Allein für den geplanten Rundweg sind 1,4 Millionen Euro nötig, für die drei vorgesehenen Badestellen 800.000 Euro, die Parkplätze 1 Million Euro, die Ertüchtigung der Wegeanschlüsse 400.000 Euro und den Ausbau von Erschließungsstraßen 900.000 Euro. Hinzu kommen noch dauerhafte jährliche Kosten für den Betrieb. Für den Rundweg sind demnach 19.400 Euro nötig, für die Badestellen 13.600 Euro, für die Parkplätze 21.600, für die Anschlusswege 6.800 Euro und für die Erschließungsstraßen 10.000 Euro. Dagegen ist der Investor für die Wakeboard-Anlage abgesprungen, da die Sportart nicht olympisch wird.

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