Golfplatz am Hufeisensee: Bürger sollen entscheiden

15. Oktober 2013 | Vermischtes | 2 Kommentare

Der Hufeisensee soll zum Naherholungszentrum mit Golfplatz werden. So sehen es Pläne eines privaten Investors vor. Seit Monaten wird darum gestritten. Geht es nach den Grünen, entscheiden die Hallenser über das Projekt.

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen hat einen Antrag auf einen Volksentscheid gestellt. Jene Abstimmung soll zur Kommunalwahl im Frühjahr 2014 stattfinden. Neben der Wahl eines neuen Stadtrates sollen die Hallenser dann auch die Frage beantworten: „Soll die Stadt Halle (Saale) die Flächen am bisher frei zugänglichen Hufeisensee privaten Dritten zur Verfügung stellen (verkaufen, verpachten oder überlassen), damit diese dort kommerziell einen Golfplatz und Wassersportanlagen errichten können?“ Zwar dürfen die Bürger schon rein rechtlich nicht über den Bauantrag abstimmen. Doch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Dietmar Weihrich hat einen Trick gefunden: zumindest über die Veräußerung der Grundstücke dürfen die Hallenser entscheiden. Und wenn die Stadt jenen Grund und Boden nicht bereitstellen darf, kann auch nicht gebaut werden. Weihrich begründet seinen Schritt damit, dass eine wirkliche Bürgerbeteiligung nie stattgefunden habe. „Es dürfte keine zu verwegene Interpretation sein, dass sich beispielsweise noch kaum jemand die konkreten Auswirkungen der künstlichen Wasserrinne und der vielen Nebenanlagen für die Wakeboardanlage vorstellen kann“, so Weihrich.

Ob es zu einem Volksentscheid kommt, muss der Stadtrat entscheiden. Ob es dafür eine Mehrheit gibt ist unklar. Bislang stehen hauptsächlich Grüne und Linke kritisch zum Projekt.

Ein privater Investor will einen 27-Loch-Golfplatz bauen und diesen zu den olympischen Spielen 2016 zu eröffnen, weil in jenem Jahr Golf olympisch wird. Trotz der Anlage soll der RUndweg aber erhalten und sogar ausgebaut werden. Daneben ist eine Wakeboard-Seilzuganlage geplant. Am nordwestlichen Ufer soll ein Bootsanleger mit Wassertreterverleih errichtet werden. Am südöstlichen Zipfel ist eine Fläche für Camping und Caravaning vorgesehen, die Fläche – die zum Verkauf steht – müsste aber erst einmal erworben werden. Im nordwestlichen Bereich könnte es den Planungen zufolge eine Fußball-Golfanlage geben. Bislang ist der See kein offizielles Badegewässer. Das könnte sich ebenfalls ändern. Drei Badestellen (Südzipfel, Norden, Nordwesten) sind in den Planungen vorgesehen. Dazu soll es eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung geben, in welcher Form eine solche Betreibung der Badestellen möglich wäre.

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