Glockenkonzert am Roten Turm: vor 40 Jahren kam die Haube wieder

11. September 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

1506 hatte der Rote Turm auf dem Marktplatz in Halle (Saale) seinen Turm. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm in der Nacht vom 15. zum 16. April 1945 durch einen Brand nach Artillerietreffern schwer beschädigt.
roterturm
Fleißig wurde zu DDR-Zeiten unter den Bürgern gesammelt. Und so begann vor genau 40 Jahren ein großes Projekt, der Rote Turm bekam seine Haube wieder. Am 3. Oktober 1975 war Richtfest, am 27. Mai 1976 konnte die Haube dann vollständig übergeben werden.

Am Freitag wurde nun auf dem Marktplatz an die „Wiederauferstehung“ des Roten Turms erinnert. Dazu erklang das Carillon. Aus Westerland war der langjährige Organist der Konzerthalle Ulrichskirche, Martin Stephan, angereist und brachte verschiedene Stücke zur Aufführung, neben Händels Feuerwerksmusik auch Stücke von Mozart und Schumann. Zudem wurde ein historischer Film mit seltenen Filmaufnahmen über Neubau und Montage der Turmspitzenkonstruktion gezeigt. Etwa 400 Hallenser verfolgten am Freitagabend das Ereignis.

Das Carillon im Roten Turm mit 76 Glocken und einem Gesamtgewicht von 55 Tonnen ist das zweitgrößte Glockenspiel der Welt. Die Glocken können ähnlich wie eine Orgel oder ein Piano über eine Klaviatur angesteuert werden. Und es soll bald wieder dauerhaft erklingen, dafür macht sich ein neuer Förderverein stark. Das Carillon solle keine „automatische Spieluhr“ sei, meinte der ehemalige Landeskonservator Gotthard Voss. Man wolle möglichst keine öffentlichen Gelder in Anspruch nehmen. Stattdessen setze man auf bürgerschaftliches Engagement.

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