Giftstoffe im Hufeisensee entdeckt

11. Dezember 2015 | Vermischtes | 44 Kommentare

Offiziell ist das Baden zwar im Hufeinsee verboten, doch in den Sommermonaten springen trotzdem täglich hunderte Hallenser in die Fluten. Die Stadt will im Zuge des Golfplatzbaus das Baden zudem legalisieren und drei Badestellen einrichten.

So wurde am Nordostufer Vinylchlorid festgestellt, dies kann bei dauerhaftem Ausgesetztsein zu Durchblutungsstörungen sowie Problemen mit Leber, Speiseröhre und Milz führen. „In diesem Bereich erfolgt keine Badenutzung, da dieser Bereich seit Jahren aufgrund der instabilen Böschungen gesperrt und mit Verbotsschildern zum Betreten versehen ist. Eine Badenutzung ist dort auch künftig nicht geplant“, wiegelt die Stadtverwaltung Gefahren auf Nachfrage der Stadtratsfraktion MitBürger für Halle / Neues Forum ab. Auslöser für die Verschmutzung sind der ehemalige Chemiehandel in der Reideburger Straße sowie Verunreinigungen vom Bahnhofsgelände.

Am Westufer haben Messungen zudem temporär erhöhte Gehalte an leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) ergeben, die jedoch in Folgemessungen nicht bestätigt wurden. Alle weiteren Ergebnisse am Westufer würden im Bereich oder unterhalb der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung liegen.

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Dieses Thema enthält 44 Antworten und 15 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Gork vom Ork vor 2 Jahre, 9 Monate.

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  • #193919

    Offiziell ist das Baden zwar im Hufeinsee verboten, doch in den Sommermonaten springen trotzdem täglich hunderte Hallenser in die Fluten. Die Stadt wi
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    #193920

    …die Verantwortlichkeit bei einem ehemaligen Chemiehandel in der Reideburger Str. zu suchen, halte ich aber für sehr weit hergeholt, ist ja nun nicht grad so, dass die Straße direkt dran vorbei geht

    #193921

    Keiner vermag die Grundwasserleiter zu nennen, die in Richtung Hufi fließen, dazu kommt noch die damalige Ableitung des Oberflächenwassers in Halle Ost. Allerdings den Chemiehandel dafür herzunehmen halte ich persönlich auch für recht gewagt. Da müsste das Oberflächenwasser von dort ja direkt via Reide in den Hufeisensee gekommen sein…
    Denn genau an der Nord-Ost Ecke verliefen ja schon immer irgendwelche Rohre und es wurde Fleißig Reidewasser dort eingeleitet.

    Die Reide floss aber auch direkt an diversen Mastanlagen vorbei, ich vermute mal eher das die Einleitung auf Grund ehemaliger Hinterlassenschaften der LPG dort beruhen.

    Man darf beim Hufeisensee auch nicht vergessen ,daß es sich um einen ehemaligen Tagebau handelt, der nach der Einstellung der Förderung geflutet wurde. Diese Flutung damals erfolgte sicherlich nicht nach den heutigen Umweltrichtlinien. Dazu gabs ja massig Umweltsünder, die beispielsweise kurz nach der Wende einfach mal einen ollen Lada auf das Eis des Sees gefahren haben und der dann folgerichtig einbrach…weil sich keine Sau vom Ordnungsamt damals dafür zuständig gefühlt hatte.

    Der Stadtverwaltung sei ans Herz gelegt, daß der Hufeisensee seit Jahrzehnten genutzt wird. Verbotsschilder haben zu DDR Zeiten schon keine Sau interessiert und gerade das ganze Nordufer war schon immer äußerst beliebt und an der Nord-Ost Ecke +200m, also den Weg entlang wo die Pumpstation vom Reidebach ist, wird regelmäßig viel Publikumsverkehr zu Finden sein.

    #193922

    Vinylchlorid könnte aus der ehemaligen. Müllhalde stammen – z.B. Zersetzungsprodukt von PVC.

    #193923

    Ich wünsche mir manchmal vom hallespektrum, dass es nicht so reißerisch ist, wie leider schon die MZ geworden ist. „Giftstoffe entdecke“ Also mal ehrlich.
    Das Thema gibt`s so schon seit Jahren und es wurden noch keine Menschenskelette am Strand gefunden.
    Das Wasser wird doch regelmäßig untersucht. Wenn es wirklich gefährlich wäre, würden dort Menschen in Schutzanzügen auftauchen. Bei schwarz auf weiß stehenden Schadstoffwerten wird es wohl wenig Spielraum geben, zwischen ok und nicht ok.

    #193924

    Der Hinweis von @hei-wu auf die Mülldeponie ist nicht von der Hand zu weisen, denn es dürfte doch bekannt sein, dass immer noch eine hydraulische Verbindung von der immer noch aktiven Mülldeponie Kanena und dem Wasser des Hufeisensees besteht.

    #193925

    Ja @HansimGlück, da fällt mir nur ein, dass man schon Clor im Kochsalz entdeckt hat.

    Übrigens, wo steht, dass Baden im Hufeisensee verboten ist? Ist kein offizielles Badegewässer, paar Böschungsbereiche sollen nicht betreten werden, was keinen interessiert.

    #193926

    Die Schweine in der DDR haben PVC gesch..en?
    Ich dachte immer, das wurde in BUNA produziert.

    Und einen Vorteil hat VC. Die die Uferböschung zerstörenden Tiere werden auf „natürliche“ Weise zerstört. 😉

    #193928

    Es handelt sich nach meiner Kenntnis um die Giftstoffe, die in etwa 2 m Wassertiefe im Bereich des westlichen Ufers des östlichen Hufeisenendes aus der Deponie in das Wasser diffundieren. Die Deponie ist zwar in der Horizontalen abgedeckt, nicht aber in der Vertikalen. Dort ist sie lose mit Bauschutt bedeckt, der aber nicht flächendeckend ist. So kommt die schwefelgelbe Brühe ins „Badewasser“. Ich habe das vor einem guten halben Jahr schon im Ordnungs- und Umweltausschuss vorgetragen, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung fanden diese mein Einwände überzogen. Das sei alles längst bekannt, auch die wissenschaftlichen Arbeiten, die es beim UFZ darüber gibt, seien bekannt. Das sei eben so bei den Resttagebaulöchern. Was allerdings die aktuellen Untersuchungen herausgebracht haben, weiß ich nicht.
    Entscheidend ist sicher, wo gemessen wird. Am Nordufer dürfte die Wasserqualität anders sein, als an dem inneren Ufer von dem ich spreche.

    #193936

    teu

    Fakt ist, dass sich VC kaum in Wasser löst.
    Ein weiterer Fakt ist: Die WHO geht davon aus, dass bei einer lebenslangen Exposition mit 1 μg/m3 das Krebsrisiko bei 1 zu 1 Million liegt.

    #193938

    Das ist eben nicht so wie bei den anderen Resttagebaulöchern, weil dort keine hydraulische Wasserverbindung zu einer Giftmülldeponie besteht.
    Die schwefelhaltige Brühe ist sehr wohl im Hufeisensee vorhanden, aber aufgrund des Dichteunterschiedes in tieferen Schichten, wo sie dann auch durch stetige Messungen unter Kontrolle stehen muß.
    Bedenklich ist auch, dass gerade in heißen Sommertagen ein erhöhter Wasserauftrieb aus der Tiefe stattfinden kann.

    #193941

    &teu,du Garstiger, versuchst einfach die Schreckensvisionen Anderer zu zerstören.

    😉

    Schön mal wieder von Dir zu lesen.

    #193942

    Das habe ich ebenfalls eingewandt @kenno, aber das wollte sichtlich niemand hören. Ich spreche i.Ü. nicht von der giftigen Bodenlage in 20 m Tiefe, die am Wasseraustausch nicht teilnimmt, sondern an den Flüssigkeitsaustritten in einer Tiefe von 1,50 – 2 m, bei der man die Schwefelbrühe sehen kann. Ich empfehle mal einen Besuch im Umweltforschungszentrum. Dort habe ich mir über die Sachlage einen theoretischen und optischen Überblick verschafft. Es ist alles sauber dokumentiert.
    Man muss es nur lesen und wissen wollen. Es verträgt sich natürlich nicht gut mit dem Wunsch ein Naherholungszentrum mit Badestelle und Zeltplatz dort entwickeln zu wollen.

    #193943

    @winkus,
    Mir ist aus einem herbeigezogenen Gutachterschreiben bekannt, dass vor den sichtbaren gelben Wasserfahnen gewarnt wird, denn dann ist Gefahr im Verzuge.

    PS.: wo befindet sich das Umweltforschungszentrum?

    #193946

    Anonym

    in der ehemaligen Kaserne an der heideallee. gleich vornan

    #193947

    UFZ: Theodor-Lieser-Straße 4,06120 Halle (Saale)

    #193948

    Ich wurde von einem befreundeten Anatom angesprochen, inwieweit die fruchtschädigende Wirkung der dort austretenden Stoffe bei den Überlegungen und Planungen der Stadt eine Rolle spiele. Daraufhin habe ich mich erkundigt, mich belesen, nachgefragt. Ergebnis war ein Abwinken. Mehr als Bedenken äußern kann ich nicht. Ich würde dort sicher nicht ins Wasser gehen. Aber das ist meine persönliche Entscheidung in der Sache.

    #193949

    Wer hat den Giftmüll abgelagert?
    Bisher war immer von Hausmüll die Rede.
    Oder soll es nur ein bisschen dramatischer klingen?

    #193952

    „Zwischen 1910 und 1940 wurde dort bis zu einer Tiefe von 30 m Braunkohle abgebaut. Nach Beendigung des Abbaus wurde auf den Abraumhalden im südlichen Bereich des Tagebaus ohne Bodenabdichtung Abfälle und Reststoffe deponiert. Neben Bauschutt, Flugaschen der nahe gelegenen Feuerungsanlage und Haus- bzw. Sondermüll wurden auch Chemieabfälle sowie militärische Abfälle dort abgelagert“. (Dipl. Arbeit von Katja Pälecke vom August 2009)

    #193956

    In einem Stadtratsbeschluß von 2012 gab es sogar noch eine detailiertere Aufstellung über die in die Deponie eingebrachten Stoffe:
    <Die im stillgelegten Braunkohletagebau Bruckdorf-Nord für die ungeordnete Ablagerung von Siedlungs- und Industrieabfällen und weiteren Stoffen angelegte Deponie wurde seit dem 2. Weltkrieg bis 1984 genutzt. Die Schadstoffe wurden auf die nicht abgedichtete Restlochsohle eingebracht. Die mittlere Mächtigkeit des Deponiekörpers beträgt ca. 12,5 m. Das Deponievolumen kann mit ca. 3,6 Mio. m³ angesetzt werden. Dabei werden die Abfälle in folgender Zusammensetzung abgeschätzt.
    2,40 Mio. m³ Kommunalmüll (66 % des Deponiekörpers) 0,10 Mio. m³ Asche aus dem Heizkraftwerk Bruckdorf (3 % des Deponiekörpers) 0,60 Mio. m³ Bauschutt und Aushubmassen aus Halle (17 % des Deponiekörpers) 0,25 Mio. m³ Industrieabfälle von halleschen Großbetrieben (vorwiegend Gießereialtsande) (7 % des Deponiekörpers)
    0,25 Mio. m³ sonstige Abfälle (Abfälle der chem. Industrie, Tierkörper- und Schlachtabfälle, Armeerückstände u.a. Abfallverursacher) (7 % des Deponiekörpers) >

    #193962

    Die Quelle für vorstehende Angaben war:

    „V/2012/10629
    Art: Beschlussvorlage
    Datum: 12.04.2012
    Betreff: Ermächtigung der Oberbürgermeisterin zur Aufnahme von Verhandlungen mit der LMBV zur Übernahme des Grundstückes der ehemaligen Deponie Kanena durch die Stadt Halle- Beschluss.“
    Fakt ist aber, dass bis heute keine Verhandlungen der Oberbürgermeister mit der LMBV stattgefunden haben und deshalb die Deponie nicht im Besitz der Stadt Halle ist.“
    Ja, vielmehr sie hat sich auch nicht an einem von der LMBV ausgeschriebenen Bieterverfahren beteiligt.

    #193967

    Mit welchem Ziel sollte denn die LMBV ein Bieterverfahren zum Verkauf der Deponie durchführen? Wer in der Welt soll die denn kaufen wollen?

    Aber mal zurück zum Thema, ist das schillernd beschriebene gelbe Wasser nicht am Nordufer zu sehen, also völlig woanders als bei der Kippe?

    #193969

    @HansimGlück,
    Der LMBV will das Bergbausanierungsgeschäft mit dem Verkauf des Deponiegeländes beenden, hat aber wegen der Untätigeit der Stadt Halle ein erstes Bieterverfahren eröffnet, was erfolglos war, da niemand die Nutzngsbedingungen erfüllen konnte.
    Wenn die Stadt nicht endlich gemäß Ratsbeschluß handelt und einem weiteren Bieterverfahren zuvorkommt, dann könnte der Stadt die von Stäglin angestrebte Planungshoheit für den Hufeisensee verloren gehen und die 27-Loch-Golfanlage in den Sternen stehen.
    Auch am Südufer unweit der Deponie ist ein Zeltplatz mit Badestrand geplant.

    #193975

    Die Brühe tritt am westlichen Ufer des östlichen Hufeisenzahnes also Richtung Süden aus. Vom Nordufer ist nicht die Rede. Der Grundwasserleiter aus Richtung Büschdorf kommend strömt in den See von Norden nach Süden in Richtung Deponie. Was am Ende für Gifte in Richtung Süden ins Grundwasser ausgeschwemmt wird weiß keiner.

    #194002

    Wer soll denn die Nutzungsbedigungen überhaupt jemals erfüllen können?

    Die Planungshoheit kann der Stadt nicht verloren gehen, denn diese ist Bundesgesetz.

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