Gewerkschaften rufen in Halle zu Großprotesten auf

3. März 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am Dienstag könnte das öffentliche Leben in Halle (Saale) wieder lahmgelegt werden. Gleich mehrere Gewerkschaften rufen zu neuen Warnstreiks auf.

So soll am 5. März an allen staatlichen Schulen der Stadt der Unterricht vollständig ausfallen. „Als größte Beschäftigtengruppe im Landesdienst werden die Lehrerinnen und Lehrer den Schulbetrieb landesweit lahmlegen. Sie wollen damit unsere Tarifziele unterstützen aber auch deutlich zeigen, was sie davon halten, dass Herr Haseloff und Herr Bullerjahn ihre Arbeitszeit erhöhen wollen, um den Landeshaushalt zu sanieren“, so der GEW-Landesvorsitzende Thomas Lippmann. Am Freitag wurden bereits Eltern und Schüler an den ersten Einrichtungen mit Flugblättern informiert. „Nach unserer Einschätzung kann Unterricht nicht stattfinden“, heißt es darauf. Die Betreuung der Kinder könne man als Streikende nicht sicherstellen. Das Landesschulamt sei gegenwärtig dabei, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um die Betreuung der Schülerinnen und Schüler an diesem Tag sicherzustellen, teilte der Direktor der Behörde, Torsten Klieme, mit. So sind die Schulleiter angehalten worden, Notfalldienstpläne zu erstellen. Zur Absicherung der Betreuung – insbesondere an den Grund- und Förderschulen – werden alle verbeamteten Lehrkräfte und die Schulleitungen eingesetzt. Weiterhin stehen dafür auch die Referendare im Land bereit. Auf regionaler Ebene soll zudem auf kurzem Weg und je nach Bedarf ein Austausch zwischen den Schulen erfolgen. Darüber hinaus ist ein Einsatz der Referendare und verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer schulformübergreifend vorgesehen. Eltern werden gebeten, sich mit in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen zunächst an die Schule ihres Kindes zu wenden. Dort erhalten sie die aktuellsten Informationen zur konkreten Situation an der betreffenden Schule. Falls darüber hinaus noch Informationsbedarf besteht, können Eltern beim Landesschulamt in Halle unter (0345) 514-1962 Ansprechpartner erreichen.

Auch Polizisten wollen für bessere Löhne auf die Straße gehen. GdP-Chef Petermann verwies darauf:„dass die Tarifbeschäftigten bei der Polizei Jahre des Personalabbaus hinter sich haben. Ständig zunehmende Aufgaben- und Arbeitsverdichtung ist das Ergebnis. Den Dank der Landesregierung an die Beschäftigten der Polizei am Jahresende für die Motivation, die Einsatzbereitschaft, Professionalität und Gewissenhaftigkeit und die Versicherung der Unterstützung der Landesregierung fordern wir jetzt ein. Dies gilt natürlich auch für die Beamtinnen und Beamten des Landes.

Und auch in anderen Behörden wird protestiert, erklärte Werner Theis von ver.di. „Beschäftigte aus Vermessungs- und Geoinformationsämtern, der Lebensmittel- und Veterinärüberwachung, der Gesundheitsverwaltung, den Straßenmeistereien und anderen Verwaltungen sowie der Hochschulen werden deutlich machen, dass sie die Verweigerungs- und Verzögerungstaktik der Arbeitgeberseite mit Verhandlungsführer Jens Bullerjahn nicht länger hinnehmen werden.“

„Neben mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen brauchen wir besonders für die jungen Menschen wieder eine verlässliche Perspektive im öffentlichen Dienst in Sachsen-Anhalt“, meint der Landesvorsitzende des Beamtenbundes (dbb), Maik Wagner. „Statt nach Süddeutschland zu reisen und abgewanderte Landeskinder nach Sachsen-Anhalt zurückzuholen, soll Ministerpräsident Reiner Haseloff dafür sorgen, dass sie gar nicht erst gehen müssen. Deshalb fordern wir eine Übernahmegarantie nach erfolgreicher Ausbildung im Landesdienst und eine angemessene Ausbildungsvergütung.“

Gefordert werden 6,5 Prozent mehr Entgelt, 100 Euro für Auszubildende, Rechtsanspruch auf Übernahme für Auszubildende, der Ablehnung einer Kürzung der Urlaubsansprüche und für eine Lehrerentgeltordnung. Streikende aus Halle wollen dazu am Dienstag nach Magdeburg reisen.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben