Gestaltungsbeirat schlägt vor: Halle-Neustadt unter Denkmalschutz stellen

29. September 2014 | Vermischtes | 4 Kommentare

In diesem Jahr feiert Halle-Neustadt seinen 50. Geburtstag. Viele Veranstaltungen und Ausstellungen gab es im Jubiläumsjahr. Und jetzt noch eine besondere Empfehlung des Gestaltungsbeirats obendrauf.

Das Gremium, in dem neben Stadträten auch Architekten aus ganz Deutschland sitzen, schlägt der halleschen Stadtverwaltung vor, den Denkmalschutzstatus Halle-Neustadts zu prüfen. Dabei geht es nicht um die Gestaltung einzelner Häuser an sich, sondern um den Erhalt des gesamten Ensembles. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Ideen hierzu.

„Halle-Neustadt ist ein außergewöhnliches Ensemble“, lobt Architektin Sonja Beeck. Dabei sei der Stadtteil kein homogenes Gebiet. Sie warnt die Stadt vor einer zunehmenden Segregation. Bereits jetzt gebe es Gebiet mit hochwertigem Wohnen, aber auch Areale mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Hier müsse die Stadt entgegenwirken. Beeck schlägt eine stärkere Vernetzung Halle-Neustadts mit den umliegenden dörflichen Strukturen vor. Auch eine Straßenbahn von Heide-Süd nach Halle-Neustadt regt die Architektin an.

Die Unterschutzstellung würde nicht bedeuten, dass sich Halle-Neustadt nicht weiterentwickeln könnte, heißt es aus dem Beirat. Das Gremium will aber auch eine Diskussion anregen. Insbesondere stört man sich an der zunehmenden Verbauung durch Wärmedämmplatten. „Wärmeverbundplatten mit bunter grafischer Gestaltung sind nicht das Allheilmittel“, so ein Beiratsmitglied. Wie Stadtplaner Lars Loebner sagte, wird es am 8. Oktober im Kulturzentrum in Halle-Neustadt einen Workshop zur Zukunft Halle-Neustadts geben. Dann soll auch über den Denkmalstatus Halle-Neustadts diskutiert werden.

Am 15. Juli 1964 erfolgte auf dem Gelände der 1. POS die Grundsteinlegung für den neuen Wohnbezirk Halle-West, der erst knapp drei Jahre später zum selbstständigen Stadtkreis erklärt wurde und den Namen Halle-Neustadt erhielt. Durch Abriss und Umbau sind seit der Wende zahlreiche typische Gestaltungen der damaligen DDR-Musterstadt verloren gegangen.

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