Gedenken zum Volkstrauertag in Halle

15. November 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am Sonntag, den 17. November 2013, ist Volkstrauertag. Auch in Halle (Saale) finden zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt.

So findet um 10 Uhr an der Straßenbahn-Station „Frohe Zukunft“ eine Gedenkandacht am städtischen Mahnmal für Lageropfer aus der NS-Zeit statt. Dazu laden die Heilands- und die St. Pankratiusgemeinde ein. An dem Mahnmal nahe der Endhaltestelle der Linie 1 werden im Zuge der Andacht die beiden Gemeinden aus dem nordwestlichen Teil der Stadt Halle gemeinsam mit städtischen Vertretern der Insassen und Opfer der Mötzlicher Lager gedenken. Im Anschluss an die Gedenkfeier steht der Autor des Artikels “NS-Lager bei Mötzlich”, Dr. Albert Osterloh, den Teilnehmenden der Veranstaltung zu einem vertiefenden Austausch zur Verfügung. Das abschließende Kaffeegespräch in den Räumen der Heilandsgemeinde bietet ebenfalls Gelegenheit miteinander in den erinnernden Diskurs zu treten. Nur wenige wissen, dass sich an der Endhaltestelle der Linie 1 ehemals der Eingang der Siebel-Flugzeugwerke befand. Viele hundert Menschen gingen dort, wo heute die Straßenbahn hält und Kinder zur Schule gehen, täglich zur Arbeit. In der Zeit des Nationalsozialismus waren darunter zahlreiche Menschen, die fern ihrer Heimat Zwangsarbeit leisten mussten und deren Arbeitskraft ausgebeutet wurde. Sie waren in mehreren Lagern am Stadtrand von Halle inhaftiert, eines davon war ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Das Denkmal für die Opfer, eine Skulptur des halleschen Bildhauers Bernd Kleffel mit der Aufschrift „Den Opfern des KZ-Außenlagers Buchenwald Halle-Mötzlich August 1944-März 1945“, wurde im April 2009 von Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und dem Historiker Albert Osterloh offiziell enthüllt.

Aus Anlass des Volkstrauertages laden Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand undBernhard Bönisch, Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Kreisverband Halle/Saalkreis, zu einer feierlichen Veranstaltung ein. Das Gedenken findet am Sonntag, dem 17. November 2013, um 11.30 Uhr, in der Großen Feierhalle des Gertraudenfriedhofs statt. Nach der Begrüßung durch Bernhard Bönisch und Tobias Kogge, Beigeordneter für Bildung und Soziales, der den Oberbürgermeister vertritt, hält Dr. Johann Schneider, Regionalbischof des Propstsprengels Halle-Wittenberg, die Gedenkrede. Christian Kühn von der Reservistenkameradschaft Halle spricht die Worte des Totengedenkens. Anschließend werden Kränze niedergelegt. Das Streichquartett der Martin-Luther-Universität unter der Leitung von Matthias Erben begleitet die Veranstaltung musikalisch.

Wie in den Jahren zuvor führt das Hospiz Halle gemeinsam mit der Seelsorge des Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara auch in diesem Jahr zum Volkstrauertag eine Gedenkfeier für alle Verstorbenen unserer Stadt durch. Die Einladung zu dieser Feier ist vor allem auch an die Hinterbliebenen gerichtet, die keiner Kirche angehören. Die verwendeten Texte und Riten sind von Christen und Nichtchristen gleichermaßen nachvollziehbar und verständlich. Anschließend besteht die Möglichkeit bei Kaffee und Tee mit Gleichbetroffenen ins Gespräch zu kommen. Das Gedenken findet am 17. November um 16.00 Uhr in der Hallischen Moritzkirche, An der Moritzkirche 8, statt.

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