Für Blinde, Rolli-Fahrer, Gehörlose: Barrieren mit Stadtführungen durch Halle meistern

11. April 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Als Behinderter eine Stadt erkunden? Da stößt man oft an Grenzen, selbst bei Stadtführungen. Seien es Treppen, an denen Rollstuhlfahrer nicht weiter kommen oder die Worte des Fremdenführers, die Gehörlose nicht wahrnehmen können.
barrierefrei
Doch die Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis hat nun ein ganz besonderes Projekt gestartet. Am Dienstag, 5. Mai 2015, um 16.30 Uhr, werden gleich drei kostenfreie Stadtrundgänge per Rollstuhl, mit dem Taststock und in Gebärdensprache. Anlass gibt der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Ziel ist es, Begegnungen zu ermöglichen, sich kennenzulernen, miteinander statt übereinander zureden, Unsicherheiten im Umgang mit dem Anderen zu verlieren – kurzum Vorurteile auszuräumen. Die Rundgänge starten zeitgleich an verschiedenen zentralen Orten in Halle und enden am Puschkinhaus. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist aber erforderlich: per E-Mail: halle@freiwilligen-agentur.de oder telefonisch 0345-200 28 10.

Rundgang mit dem Rolli: Annett Melzer und Sabine Knöfel zeigen Halle aus der Rollstuhlperspektive. Neben ihren persönlichen Lieblingsorten werden auch Barrieren in den Blick genommen und Einblicke in das freiwillige Engagement in Halle gegeben. Treffpunkt ist das Händel-Denkmal auf Halles Marktplatz.

Rundgang „Stadt erspüren“: Axel Schmiedel zeigt Halle mit den Augen eines Menschen mit Sehbehinderung. Wer möchte, kann während des Rundgangs den Taststock ausprobieren. Zudem stellt Schmiedel seine Ehrenamtstätigkeit als Gehirnjoggingtrainer vor. Treffpunkt ist vor dem Händel-Haus (Große Nikolaistraße 5).

Rundgang „Ohne Töne durch Halle“:
Steffi Merl (Vorsitzende des Gehörlosenvereins Einigkeit 1895 e.V.) führt in Gebärdensprache durch Halle und lässt die Stadt für Gehörlose erfahrbar werden. Der Rundgang ist aber auch für Interessierte ohne Kenntnisse der Gebärdensprache gedacht. Eine Dolmetscherin übersetzt. Treffpunkt ist vor dem Dom auf dem Domplatz.

Alle Spaziergänge enden gegen 18.00 Uhr am Puschkinhaus (Kardinal-Albrecht-Straße). Dort wird zum anschließenden Erfahrungsaustausch geladen mit Theateraufführung, Gesprächen, Rollstuhltanz und der Premiere zum neuen Engagement-Videoclip.

Barrierefrei Städte erleben, ist auch für die Tourismuswirtschaft ein wichtiges Thema. Die Broschüre „Barrierefrei durch Halle“ gibt Tipps für einen möglichst barrierefreien Besuch in der Händelstadt Halle, erhältlich in der Tourist-Information Halle (Saale), Marktplatz 13, 061108 Halle.

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