Freizeitpark Hufeneisensee: OK für Flächennutzungsplan

10. September 2013 | Vermischtes | 22 Kommentare

Der Planungsausschuss hat am Dienstag einer Änderung des Flächennutzungsplans für den Hufeisensee zugestimmt und damit den Weg freigemacht, hier einen Freizeitpark mit Golfplatz und Wakeboard-Anlage zu errichten. Es gab eine mehrheitliche Zustimmung. Olaf Sieber (Linke) und Christian Feigl (Grüne) stimmten dagegen, Uwe-Volkmar Köck (Linke) enthielt sich. Der dazugehörige Bebauungsplan soll im kommenden Monat kommen.

Feigl übte in der Diskussion deutliche Kritik. Man unterziehe den Hufeisensee einer extremen Veränderung. Dabei sei das Areal wichtig als Erholungs- und Rückzugsort. „Der See hat Erholungswert.“ Besonders kritisch sah er die Wakeboard-Anlage, insbesondere durch entstehende Lärmbelästigung. Daneben nehme diese einen Bereich ein, in dem es jetzt unberührte Natur gebe. Feigl wies darauf hin, dass auch der Jägerverband das geplante Vorhaben ökologisch als sehr schwierig ansieht. „Es ist nicht richtig, die Fläche hier kommerziell zu widmen“, so Feigl. Daneben könne es nicht angehen, dass die Badenden hier auf drei Strände zusammengeschoben werden sollen.

„Die Wassersportanlage ist ein Fremdkörper übelster Art“, meinte Uwe-Volkmar Köck (Linke). Den Golfplatz sieht Köck dagegen als vergleichsweise harmlos an im Vergleich zu dem, was hier einmal geplant war, wie beispielsweise ein Stadionbau. Frigga Schlüter-Gerboth erkundigte sich nach dem Rundweg, den es mit Blick auf den Flächennutzungsplan wohl nicht mehr geben soll. „Der Rundweg bleibt“, versprach Baudezernent Uwe Stäglin.

„Allerhöchste Zeit“ nannte es Gerry Kley (FDP), dass hier etwas passiert und die Nutzung des Hufeisensees in eine vernünftige Struktur gelenkt wird. Auch Michael Sprung sprach für das Vorhaben. Unter anderem wurde der Wohnwert verbessert. Er appellierte daran, den Investor nicht abzuschrecken.

Größtes Vorhaben des Freizeitparks ist ein 27-Loch-Golfplatz. Laut Stadtplaner Lars Löbner sei es Ziel des Investors, diesen zu den olympischen Spielen 2016 zu eröffnen, weil in jenem Jahr Golf olympisch wird. Der Investor wolle dann auch den Jugendländerpokal im Golf nach Halle holen. Die Verwaltung sieht in dem Platz ein Alleinstellungsmerkmal. Daneben ist eine Wakeboard-Seilzuganlage geplant. Platz geben soll es auch für Speedskater. Hier hatte der Stadtrat bereits vor Jahren aufgetragen, einen Standort zu suchen. Am nordwestlichen Ufer soll ein Bootsanleger mit Wassertreterverleih errichtet werden. Am südöstlichen Zipfel ist eine Fläche für Camping und Caravaning vorgesehen, die Fläche – die zum Verkauf steht – müsste aber erst einmal erworben werden. Im nordwestlichen Bereich könnte es den Planungen zufolge eine Fußball-Golfanlage geben. Bislang ist der See kein offizielles Badegewässer. Das könnte sich ebenfalls ändern. Drei Badestellen (Südzipfel, Norden, Nordwesten) sind in den Planungen vorgesehen. Dazu soll es eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung geben, in welcher Form eine solche Betreibung der Badestellen möglich wäre.

Der Flächennutzungsplan soll nun zur Bürgerbeteiligung öffentlich ausgelegt werden. neben der Ausweisung der Flächen am Hufeisensee als Freizeitflächen sollen im Gegenzug Vorhalteflächen am Osendorfer See entwidmet werden. Denn auch dort war mal ein Golfplatz vorgesehen, wurde aber nie realisiert. Dieses Areal soll nun im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen und so dauerhaft gesichert werden.

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