Frauenhalle im Stadtbad wieder offen, privater Partner für Betrieb gesucht

15. Oktober 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Zwei Jahre mussten sich Badefreunde einschränken. Vor allem die Älteren störte es, bietet doch die Frauenhalle im Stadtbad einen für sie angenehmen Einstieg ins Wasser.

Wegen Mängel an der sogenannten Rabitzdecke wurde die Halle im Oktober 2012 gesperrt. Seit dem gab es einige Termine zur Wiedereröffnung. Doch nun ist es endlich soweit. Am Mittwoch fand der offizielle Festempfang statt. Und bevor ab 20. Oktober der reguläre Badebetrieb startet, können die Hallenser bereits am 16. und 17. Oktober von 10 bis 18 Uhr ‚anbaden‘.
stadtbaderoeffnung
Die Stadtwerke Halle und Bäder Halle GmbH sanierten die sogenannte Rabitzdecke der Schwimmhalle, an welcher im Jahr 2012 gravierende Schäden festgestellt worden waren. Die Investitionskosten in Höhe von rund 350.000 Euro netto wurden durch Fördermittel, Eigenmittel sowie Mittel der Stadt Halle (Saale) getragen. Im Zuge der Bauarbeiten wurden die Drahtaufhänger an der Rabitzdecke aufgearbeitet und mit Korrosionsschutz versehen. Zusätzliche Aufhänger für eine bessere Statik wurden ebenfalls angebracht. Außerdem wurden Schäden in der Putzschicht der Decke repariert. Ein wichtiger Bauaspekt war die Optimierung der Lüftungsanlage: Diese führt nun die chlorhaltige Schwimmbadluft optimal ab und verhindert so eine erneute Beschädigung der Decke und deren Halterung durch die enthaltenen Chloride. Zusätzlich fanden auch Arbeiten in den Duschen statt. Die über 100 Jahre alten und stellenweise scharfkantigen Fliesen wurden versiegelt, um die Badegäste vor Verletzungen zu bewahren. Ein Sturm im Oktober 2012 hatte die Probleme ans Licht gebracht. Dabei war auch das Dach beschädigt worden. Im Rahmen der Notsanierung hatte man dann die Korrosionsschäden an der Gewölbedecke, die aus einem Drahtgeflecht besteht, bemerkt. Teilweise waren die Stahlseile der Aufhängung nur noch 3,5 Millimeter stark. Normal sind 7 Millimeter.

Gleich nach der Schließung regte sich Widerstand, schließlich wurde das Stadtbad zwischen 1913 und 1915 nach Entwürfen von Wilhelm Jost errichtet und gehörte seinerzeit zu den größten Bädern Deutschlands. Aus diesem Grund wurde ein Runder Tisch ins Leben gerufen. Neben Vertretern der Stadtwerke Halle sowie der Stadt Halle (Saale), Baufachkräften und Experten für Denkmalschutz saßen auch Mitglieder der Interessengemeinschaft „Zukunft Stadtbad Halle“ mit am Tisch. Letzterer wurde später zum Förderverein Zukunft Stadtbad Halle e. V., der den Stadtwerken beratend zur Seite stand.

Besonders glücklich über die Wiedereröffnung sind die von der Schließung betroffenen Schulen und Vereine. So auch Nadine Wittchen, Vorsitzende des Sportkultur e. V., die das Stadtbad schon seit Jahren für Schwimm- und Aqua-Fitness-Kurse nutzen. Um ihre Sport- und Gesundheitskurse auch weiterhin anbieten zu können, benötigt sie starke Partner, auf die sie sich verlassen kann. Die Seniorinnen des Sportkultur e. V. zelebrierten die Eröffnung mit einer Aqua-Gymnastik-Aufführung. Im Anschluss konnten zwischen 14.30 und 18 Uhr alle interessierten Hallenser die frisch sanierte Decke begutachten.

Auch für eine langfristige Nutzung des Stadtbades setzen sich die Stadtwerke Halle ein. Bis Ende 2014 soll ein Markterkundungsverfahren durchgeführt werden, das derzeit von der Bäder Halle GmbH mit dem Büro Rauschenbach und Kollegen vorbereitet wird. Ziel ist es, Partner für eine langfristige und wirtschaftlich tragfähige Nutzung des Stadtbades zu finden. Eine Grundsanierung des über ein Jahrhundert alten Bades ist für eine dauerhafte Betreibung dabei unumgänglich. Große Hoffnungen werden auf die Unterstützung durch privates Engagement gesetzt. Der Runde Tisch hatte schon ein Nutzungskonzept erstellt. Darin wird ein Zugang zur nebenan entstehenden Jugendherberge vorgeschlagen. Auch sollen die größtenteils ungenutzten Nebenflügel wieder mit Leben erweckt werden. Hier könnte es Platz für Wellness, Kosmetik, Friseur und einen Fitnessbereich. Im Hof könnte ein kleines Café entstehen. Daneben wird eine Erweiterung des Saunabereichs vorgeschlagen.
(Foto: Stadtwerke Halle)

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