Foodsharing rettet Lebensmittel

28. September 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Der langersehnte Urlaub steht vor der Türe, die Koffer sind so gut wie gepackt und die Vorfreude steigt. Wäre da nicht die eine Frage die sich einem bei dem Blick in den Kühlschrank stellt: „Was machen ich mit den restlichen Lebensmitteln?“. Denn kaum jemand schafft es vor einer längeren Abwesenheit, alle Lebensmittel passgenau aufzubrauchen. Wenn man nicht gerade unter seinen Verwandten und Bekannten Abnehmer findet, heißt es hier in vielen Fällen: wegschmeißen. Es gibt sicherlich noch viele weitere Situationen in denen noch völlig genießbare Lebensmittel in der Tonne verschwinden doch… Muss das sein?

Marco Pellegrino und Judit Grimm
von Foodsharing

Diese Frage stellte sich auch Marco Pellegrino, Student der Romanistik und Anglistik an der MLU in Halle (Saale). Nach ein wenig Informationssuche im Internet gründete der 26-jährige am 12. Mai 2013 eine Foodsharing-Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook die inzwischen mehr als 450 Mitglieder zählt. Was also ist Foodsharing?

Gegründet wurde die Bewegung vom Dokumentarfilmer Valentin Thurn, der einem breiteren Publikum 2011 mit seinem Film “Taste the Waste“ bekannt wurde. Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es beim Foodsharing um das Teilen von Essen und das Prinzip ist ganz simpel: der Urlauber in unserem Beispiel schreibt einfach in die Facebook-Gruppe für Halle und Umgebung, was er noch hat und wo es abzuholen ist. Wer Interesse an dem Angebotenen hat, meldet sich ebenso einfach bei Facebook bei dem Anbieter. Natürlich gibt es für Foodsharing auch eine eigene Internetseite, doch dort findet man für unsere Saalestadt leider nur sehr selten Einträge.

Das Ganze soll ohne Gegenleistung ablaufen, dass heißt man verschenkt seine Lebensmittel anstatt sie wegzuwerfen. Auf die Frage, ob dies denn nicht ausgenutzt werden kann, sagte Marco im Gespräch mit hallespektrum.de: „Vielleicht sind wir ja in dieser Hinsicht naiv, aber das Risiko müssen wir in Kauf nehmen um die Lebensmittel zu retten.“

Nachdem das Projekt hier in Halle nun langsam angelaufen ist, möchten Marco und seine Mitstreiter dies weiterführen und ausbauen. „Wir sind in Gesprächen mit Groß- und Einzelhändlern hier in der Region, um diese ebenfalls für unsere Idee zu gewinnen.“ Er sei sich durchaus bewusst, dass hier allerdings auch Hürden zu nehmen seien, vor allem bei großen Lebensmittelketten, die natürlich andere Vorgaben haben als der „kleine Laden von Nebenan“. Doch daran möchte Marco es nicht scheitern lassen.

Um die Idee des Foodsharing weiter zu verbreiten und mehr Menschen dafür zu gewinnen, finden auch immer wieder öffentlichkeitswirksam Aktionen statt. So gab es auf dem „Schwetschkestrassenfest“ am 14. September und heute auf dem „Kulturbasar“ im Graben der Moritzburg eigene Foodsharing-Stände, an dem man sich vor Ort informieren konnte oder aber gleich Lebensmittel abgeben und/oder mitnehmen konnte. „Am 13. November findet eine Podiumsdiskussion mit einem der Mitgründer von Foodsharing, Raphael Fellmer, und Vertretern verschiedener Parteien an der Uni statt.“, so Marco weiter. Den genauen Veranstaltungsort versucht man mit den Verantwortlichen der MLU zur Zeit noch zu finden.

Ab dem 29. September 2013 gibt es ausserdem die Möglichkeit, immer Sonntags Lebensmitte im „Reil 78“ abzugeben und/oder abzuholen. Die genauen Zeiten hierfür werden noch bekannt gegeben.

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