Flüchtlingsstammtisch: Hilfe koordinieren – Energien bündeln

8. September 2015 | Vermischtes | 2 Kommentare

Wie kann man Initiativen für die Unterstützung von Flüchtlingen zusammen bringen und so Energien bündeln? Diese Frage stellte sich Stephan Schirrmeister aus der „Goldene Rose“ und lud Interessierte zur Organisationsveranstaltung für einen Flüchtlingsstammtisch ein. Ursprünglich rechnete Schirrmeister mit etwa 60 Teilnehmern, auf der entsprechenden Facebook-Seite hatten sich jedoch schnell mehr als 200 angemeldet. So stellte die Johannesgemeinde im Lutherviertel einen großen Saal zur Verfügung, der dann am Montagabend auch gut gefüllt war. Neben zahlreichen engagierten Privatleuten waren auch Vertreter von Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage, der Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e.V., Miteinander e.V., Amnesty International und der Stadt Halle (Saale) vor Ort.

flüchtlingsstammtisch orgatreffen 01Oliver Paulsen, Referent des Oberbürgermeisters, stellte die Situation der Flüchtlinge in Halle dar und machte deutlich, dass die Unterbringung der Menschen die Stadt vor eine Herausforderung stelle. „Wir brauchen Wohnraum.“, brachte Paulsen es auf den Punkt. „Welcher Wohnraum kann angeboten werden?“, fragte Paulsen weiter und machte damit deutlich, dass die Stadt alle Optionen prüfe. So sei zum Beispiel auch die Unterbringung in Privatwohnungen oder in Zimmern von Wohngemeinschaften möglich. Auf Nachfrage von HalleSpektrum machte Paulsen deutlich, dass niemand seine Wohnung für Flüchtlinge räumen müsse, wie es oft in sozialen Netzwerken dargestellt wird: „Es geht überhaupt nicht um eine Verdrängung, machen wir nicht.“ Weiter wird ein neues Dienstleistungszentrum (DLZ) für Migration und Integration von der Stadtverwaltung eingerichtet. Vorerst wird dieses DLZ unter der Leitung der Beauftragten für Migration und Integration, Petra Schneutzer, stehen.

Sulamith Fenkl-Ebert von der Freiwilligenagentur brachte die Motivation vieler Menschen an diesem Abend auf dem Punkt als sie sagte: „Wir wollen Hilfe von Mensch zu Mensch vermitteln.“ Weiter kündigte sie eine Pflanzaktion vor einer Flüchtlingsunterkunft in Halle – Neustadt am 19. September an und lud zur Infomesse im Stadthaus ein. Die unter dem Motto „Engagiert für Flüchtlinge“ stehende Veranstaltung findet am 1. Oktober von 15 bis 18 Uhr statt.

flüchtlingsstammtisch orgatreffen 04Weitere Möglichkeiten der Hilfestellung wurden vom Podium aus vorgestellt und Ideen aus dem Publikum gesammelt. So kamen insgesamt 14 Arbeitsgruppen zu Stande, die sich im Saal, dem Flur und der Wiese vor der Johanneskirche an die Ausarbeitung konkreter Pläne machte. Der Stammtisch in der „Goldene Rose“ wurde geplant und hierfür Themenvorschläge gesammelt. Es wurde darüber diskutiert, wie man die Menschen die helfen wollen überhaupt koordiniert, mit welcher Technik man arbeiten kann. Das Thema Technik spielte auch bei der Frage nach der Möglichkeit des Internetzugangs für Flüchtlinge eine Rolle. Hier konnte man das Stichwort „Freifunk“ immer wieder hören. Aber auch ganz alltägliche Dinge wurden angesprochen: Freizeitangebote, Übersetzungen von Dokumenten, Begleitung zu Terminen bei Ärzten oder Behörden. Die Sprachbarriere mit Hilfe von Sprachkursen zu überwinden sei eine der wichtigsten Aufgaben die es zu lösen gilt, darin war man sich einig. Die Organisatoren zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen und schauen zuversichtlich auf die Zukunft der angestoßenen Projekte.

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