Ferngesteuerte Kriegsführung – Wie neutral sind Drohnen? Vortrag in Halle

19. November 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Als der ehemalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Jahr 2012 vorschlug, Drohnen für die Bundeswehr zu erwerben, sprach er von „ethisch neutralen Waffen“ und löste damit eine kontroverse Diskussion aus. In der Tat dienen viele Drohnen in erster Linie als Aufklärungsflugzeuge, doch die Ausstattung mit Raketen ist schon heute in vielen Fällen üblich. Angesichts der zahlreichen US-Einsätze von Kampfdrohnen zur gezielten Tötung mutmaßlicher Terroristen wird seit längerem über völkerrechtliche und ethische Fragen debattiert.

Seit Juli 2014 setzt sich nun auch die neue Verteidigungsministerin von der Leyen für die Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen ein, weil diese das Risiko von Soldaten im Einsatz verringern würden. Es ist also an der Zeit zu fragen, welchen Bedarf Deutschland an derartigen Technologien hat, ob durch den Einsatz von Drohnen tatsächlich weniger Schaden angerichtet wird und wer bei Einsätzen aus der Distanz eigentlich die Verantwortung trägt?

Diesen und weiteren Fragen geht die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt am 26.11.2014 an der Universität Halle nach. Die Expertin für Robotik und Ethik Prof. Jutta Weber hält um 19:00 Uhr im Hallischen Saal der Burse zur Tulpe einen sachkundigen Vortrag zu Drohnen. Anschließend diskutiert sie mit Katja Keul (Rechtspolitische Sprecherin, MdB BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) und dem Publikum akutelle Fragen zum Thema. Es moderiert Christof Starke (Friedenskreis Halle).

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