Eselei hat ein Ende: Eselsbrunnen hat seinen Originalesel wieder

29. Mai 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Die Schrauben sind tiefer im Stein, zusätzlich ist er mit Spezialpaste befestigt: seit Freitagabend hat der Brunnen am Alten Markt in Halle (Saale) wieder seine Originalfigur aus Esel und Müllerburschen.

In der Werkstatt des Bildhauers Markus Traub war die Bronzeskulptur in den vergangenen Wochen restauriert worden, nachdem Unbekannte den Schwanz gestohlen hatten und später sogar die komplette Figur klauen wollten. In Kooperation mit der Bürgerstiftung Halle haben die Initiatoren des Bürgerpreises „Esel, der auf Rosen geht“ – sprich die Mitteldeutsche Zeitung, die Stiftung Saalesparkasse und das Neue Theater – zusammen mit weiteren Jurymitgliedern für die Reparatur des Esels gespendet.

In den Wochen ohne Original-Skulptur erfreute ein Plastik-Esel die Hallenser. Die Spaßguerilla aus Wolfgang „Wolli“ Kupke (Ingenieur und ehemaliger Stadtrat), Dr. Heinrich „Hei-Wu“ Wunderlich (Leiter der Restaurationswerkstatt am Landesmuseum für Vorgeschichte), Anne Kupke (Historikerin und Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten) sowie Michael Kürschner (Taxifahrer) hatte die Idee dazu. „Ein lachender Esel, der zudem sehr bekannt ist, sollte zeigen, dass wir stärker sind als Chaoten und Diebe und wir uns den Humor nicht nehmen lassen“, so die Guerilla. Die Farbgestaltung wurde kunstvoll dem Originalesel angepasst. Zunächst wurde der Esel mit Acryldispersion grundiert, dann mit Goldbronze gepudert und gekehrt. Anschließend wurden Grundierung und helle grünpigmente und rotbraune Eisenoxidpigmente aufgetragen. Zuletzt wurde der Esel noch mit Wachspaste anpoliert und stellenweise mit Kreide mattiert. „Eine Anfrage bei der Stadt auf Zustimmung hätte unseres Erachtens dort langwierige Diskussionen ausgelöst und wäre vermutlich abgelehnt worden. Eine schelmische Idee, für die vielleicht auch nicht alle Verständnis haben, sollte unsere Stadt bereichern.“ Die überwältigende Zustimmung in den sozialen Netzwerken – lokal und dann weltweit – habe aber alle Bedenkenträger verstummen lassen. „Der Alte Markt hatte Besucherzahlen wie kaum zuvor, nahezu ständig waren fotografierende und lachende Menschen am Brunnen zu beobachten.“

Shrek-Esel Nummer 1 wurde allerdings nach anderthalb Wochen gestohlen. Unbekannte fotografierten ihn an diversen Stellen der Stadt, seit Tagen schweigt die Facebook-Seite jedoch. Auch von Shrek-Esel Nummer 2 fehlt jede Spur. Die Spaßguerilla hat einen dritten Esel gestaltet und zum Knoblauchsmittwoch erstmals präsentiert. Am Freitag durfte er bei der Aufstellung des Originals zuschauen. Und nun bekommt er einen diebstahlsicheren Platz.

Die komplette Aktion ist privat finanziert. 40 Euro pro Tier, dazu 20.000 Postkarten und natürlich die viele investierte Zeit. Doch die Resonanz der Hallenser ist ein schöner Dank.


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