Erstes Schausieden des Jahres und neues Buch zum Silberschatz

23. März 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

Aus 94 silbernen Trinkgefäßen, zwei silbernen Gürtelketten sowie der Amtskette des Ersten und Regierenden Vorstehers besteht der Silberschatz der Halloren. Zum ersten Schausieden des Jahres präsentieren die Salzwirker am kommenden Sonntag ein Buch über den Schatz.
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Von 10 bis 18 Uhr am 29. März 2015 werden die Halloren in ihrer Festkleidung im Museum für Erklärungen zu Geschichte und Traditionen der Salzwirker-Brüderschaft bereit stehen und die Technologie der Siedesalzgewinnung an der Großsiedepfanne erläutern. Von der Siedung bis zur Verpackung des Salzes kann dann der Besucher jeden Produktionsschritt anschaulich nachvollziehen. Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 1969 erweist sich diese einzigartige Darstellung des Schausiedens, welche durchschnittlich nur drei bis viermal im Jahr durchgeführt wird, als wahrer Besuchermagnet.

„Der Brüderschaft verehret – Die Silberbecher und Pokale der Halloren“ heißt es Titel. Auf 400 Seiten finden sich die Geschichte des Schatzes, großformatige farbige Abbildungen der Preziosen mitsamt Beschreibungen, den dazu gehörigen Meister- und Stifterbiografien. Die Veröffentlich konnte durch die finanzielle Unterstützung der Saalesparkasse realisiert werden. Die Auflage ist auf 400 Exemplare begrenzt. Der Erwerb ist nur über die Salzwirker-Brüderschaft möglich.
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Bekannte wie unbekannte Gold- und Silberschmiede aus Halle, Leipzig, Berlin, Weißenfels, Braunschweig und Magdeburg zählen zu den Meistern des Silberschatzes. Zum Dank für Hilfe in Feuersnot wurde der Brüderschaft der älteste Becher des Silberschatzes von hallischen Bürgern gestiftet. Zehn weitere Becher für die bei Bränden „rühmlich geleistete Hilfe“ kamen im Laufe des 18. Jahrhunderts hinzu. Zum Silberschatz der Halloren zählen des Weiteren mehrere an die landesherrlichen Huldigungen erinnernde Becher. Die Zeremonie des Treuegelöbnisses war in Halle mit dem Umreiten des Salinebereiches durch den ältesten Salzwirker auf dem Pferd des Landesherrn verbunden.

Das Wasserstechen bot seit jeher den hallischen Salzwirkern Gelegenheit, ihre Spring- und Schwimmkünste und die Geschicklichkeit der Stecher und Kahnfahrer zur Schau zu stellen. Einer der schönsten Silberbecher kündet von einem Stechen der Halloren in Berlin, veranlasst durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. anlässlich eines Besuches des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken im Sommer 1728.

Als Stifter im 20. Jahrhundert treten hallische Unternehmen auf. Als Beispiele sind zu nennen in den 1930er Jahren die durch das „Halloren-Bräu“ bekannte Engelhardt-Brauerei und die Juwelierfirma Tittel, sowie 1964 die hallische Schokoladenfabrik „Halloren“, deren Name sich bis heute mit einem entsprechenden Logo und einer seit 1953 angebotenen, den Knöpfen der Hallorenkleidung nachempfundenen Praline, den „Hallorenkugeln“, verbindet.
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Die Verbundenheit zwischen Halloren und der Universität Halle spiegeln ein im 18. Jahrhundert gestifteter, von dem hallischen Goldschmied August Hosse gefertigter Becher sowie fünf weitere von der Alma mater halensis geschenkte Trinkgefäße wieder. Verschiedene, von hallischen Bürgern selbst überreichte Silberbecher belegen als Dankgabe das bis in heutige Zeit fortgeführte Grabgeleit der Halloren.

Der Freundeskreis der Halloren vereint seit dem 20. Jahrhundert Studenten, Professoren, Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Handel, Handwerk und Industrie zur Förderung und Unterstützung der Brüderschaft. Mehrere Silberbecherschenkungen aus den Reihen des Freundeskreises sind Zeugnisse einer engen Verbundenheit.

Die Becherschenkungen der Heimatstadt Halle an der Saale sowie die der Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gehören zu den bedeutenden Sammlungsstücken der jüngeren Zeit.

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