Erster Wolfsnachwuchs des Jahres in Sachsen-Anhalt

8. Juli 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Er war in unseren Breiten schon ausgestorben, doch nun bevölkert Isegrim so langsam wieder die Region. Vor wenigen Tagen nun gelangen Experten die ersten Bilder vom Wolfsnachwuchs des Jahres 2014 in Sachsen-Anhalt.
Wolf Nachwuchs
Auf dem Truppenübungsplatz in der Altengrabower Heide ist seit dem Jahr 2009 ein Wolfsrudel ansässig, das seitdem jedes Jahr Welpen aufgezogen hat. Anfang Juli gelang dem Wolfsbetreuer des Bundesforstbetriebes, Klaus Puffer, die erste Sichtung des diesjährigen Nachwuchses. Wolfswelpen kommen Ende April oder Anfang Mai in einer von den Wölfen gegrabenen Höhle zur Welt. Zunächst sind sie blind und unselbständig. Erst im Alter von einigen Wochen – meist in der zweiten Junihälfte – verlassen sie die Höhle und halten sich zunehmend länger im Freien auf.

Der genaue Aufenthaltsort der Welpen ist vorab nicht bekannt und kann sich auch in der Zeit der Welpenaufzucht ändern, wenn die Tiere z. B. auf Störungen reagieren. In diesem Jahr wurden die Welpen relativ spät und erst nach längerfristigem Ansitz gefunden. Bisher sind 6 Welpen beobachtet worden, im letzten Jahr kamen auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow 8 Welpen zur Welt. Diese Nachrichten zeigen laut Landesamt für Umweltschutz auch, dass die im letzten Jahr im Rudel Altengrabow zu verzeichnende Räudeerkrankung keinen nachhaltig negativen Einfluss auf das Rudel gehabt hat.

In Sachsen-Anhalt sind gegenwärtig sechs Wolfsrudel sowie ein territorialer Einzelwolf nachgewiesen. Die Rudelterritorien liegen teilweise im Grenzbereich zu den benachbarten Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Auch in den anderen Rudeln wird in diesem Jahr wieder mit Nachwuchs gerechnet, für das Rudel bei Gartow (Niedersachsen) gibt es bereits Hinweise. Landesweit findet im Wolfsmonitoring eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Landesamt für Umweltschutz, den Bundesforstbetrieben, Mitarbeitern der Landesforstverwaltung und ehrenamtlichen Naturschützern statt. Seit März 2014 liefert die Jägerschaft des Landes auf Basis einer Kooperationsvereinbarung mit dem Land Sachsen-Anhalt zunehmend Hinweise zu Wolfsbeobachtungen. Der Naturschutzverband WWF engagiert sich gegenwärtig in einem Projekt zum Wolfsmanagement und unterstützt auch das Monitoring.
(Foto: Klaus Puffer)

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