Erinnerung an KZ-Opfer und Kriegstote: Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in Halle

14. November 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Am Sonntag, den 16. November 2014, ist Volkstrauertag. Auch in Halle (Saale) finden zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt.
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Um 10 Uhr wird an der Endhaltestelle Frohe Zukunft zum Gedenken an die Opfer des KZ-Außerlagers Halle-Mötzlich eingeladen. Nach der Begrüßung durch Grietje Neugebauer, Pfarrerin der Kirchengemeinden Heiland und St. Pankratius, wird Uwe Stäglin, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Umwelt, in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Worte der Erinnerung sprechen. Nach dem Verlesen der Namen der Opfer durch Gemeindemitglieder wird Uwe Stäglin eine von vier Kerzen entzünden. Die Andacht endet mit einer Schweigeminute, einem Fürbittgebet und dem Segen durch Pfarrerin Neugebauer. Nur wenige wissen, dass sich an der Endhaltestelle der Linie 1 ehemals der Eingang der Siebel-Flugzeugwerke befand. Viele hundert Menschen gingen dort, wo heute die Straßenbahn hält und Kinder zur Schule gehen, täglich zur Arbeit. In der Zeit des Nationalsozialismus waren darunter zahlreiche Menschen, die fern ihrer Heimat Zwangsarbeit leisten mussten und deren Arbeitskraft ausgebeutet wurde. Sie waren in mehreren Lagern am Stadtrand von Halle inhaftiert, eines davon war ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Das Denkmal für die Opfer, eine Skulptur des halleschen Bildhauers Bernd Kleffel mit der Aufschrift „Den Opfern des KZ-Außenlagers Buchenwald Halle-Mötzlich August 1944-März 1945“, wurde im April 2009 von Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und dem Historiker Albert Osterloh offiziell enthüllt.
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Die Stadt Halle (Saale) und der Kreisverband Halle/Saalkreis des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge laden am Volkstrauertag zur jährlichen Gedenkstunde ein. Die Veranstaltung findet um 11.30 Uhr, in der Großen Feierhalle des Gertraudenfriedhofs statt. Nach der Begrüßung durch Bernhard Bönisch, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, spricht Uwe Stäglin, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Umwelt, Worte des Erinnerns. Matthias Brenner, Intendant des „neuen theaters“, hält die Gedenkansprache. Hauptfeldwebel a. D. Peter Ahlefeld, Reservistenkameradschaft Halle, spricht das Totengedenken. Anschließend erfolgt gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand die feierliche Kranzniederlegung. Die musikalische Begleitung der Gedenkstunde übernimmt das Streichquartett der Martin-Luther-Universität unter Leitung von Matthias Erben.
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Um 16.00 Uhr laden das Hospiz Halle, die offene Kirche St. Moritz und die Seelsorge im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara zu einer Gedenkfeier für die Verstorbenen der Stadt Halle in der Moritzkirche in Halle ein. Damit wollen die Veranstalter trauernden Menschen, insbesondere auch Nichtchristen, einen Ort und eine Zeit geben sich in dieser Feier gegenseitig in der Trauer um einen lieben Menschen zu stärken und den ganz persönlichen Gefühlen nachzugehen. Zudem findet sich in der offenen Kirche St. Moritz auch das Gedenkbuch für die Verstorbenen der Stadt. Bereits viele Hallenser haben in dieses Buch den Namen und die Daten ihres Verstorbenen eingetragen. So konnte ein Ort des Gedenkens geschaffen werden. „Unsere Verstorbenen gehören zwar zu den Unsichtbaren, nicht aber zu den Abwesenden“, zitiert dazu der Leiter der Krankenhausseelsorge Reinhard Feuersträter ein Wort von Papst Johannes dem XIII. Feuersträter wird auch die Leitung der Gedenkfeier haben. In dieser Gedenkfeier werden Musik, Texte und Rituale dazu einladen sich an die Verstorbenen zu erinnern. Ein Kerzenritus, bei dem die Angehörigen eingeladen sind für ihren Verstorbenen eine Kerze zu entzünden, soll zeigen, wie die Verstorbenen selbst Licht in das Leben ihrer Angehörigen gebracht haben.

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